Die Schule kommt aus dem Feiern kaum heraus

Astrid Heitzmann

Von Astrid Heitzmann

Mo, 22. Juli 2019

Friesenheim

50 Jahre Schule, 30 Jahre Zirkus Pippolino und der Preis für Zivilcourage waren Anlass für ein großes Festprogramm an der Realschule und Werkrealschule Friesenheim.

FRIESENHEIM. Viel zu feiern gab es am Wochenende an der Realschule und Werkrealschule Friesenheim. Da war zunächst das Schulfest anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Schule am Samstag. Alle Klassen brachten sich in ein buntes Programm ein. Bereits am Freitag war der offizielle Festakt zum Schul-Geburtstag mit geladenen Gästen. Verdiente Schüler erhielten am Samstag Preise, der Zirkus Pippolino hatte seine Jubiläumsaufführung zum 30-jährigen Bestehen.

Das Schulfest
Erik Weide und Angelika Philipzen begrüßten Schüler, Lehrer und Gäste. Besonders erfreut zeigten sich Bürgermeister und Schulleiterin darüber, dass sie einige Ehrungen vornehmen durften. Die Handball-AG hatte den Titel des Landessiegers Baden-Württemberg geholt, die Turnerinnen hatten den Landessieg Baden-Württemberg erturnt und den Rhein-Main-Donau-Cup für sich entschieden. Die Eröffnung des Schulfests wurde von der Trommel-AG und dem Schulchor unterstützt.

Das Rahmenprogramm zum Schulfest ließ keine Wünsche offen: Neben Spielstationen wie Bobbycar-Rennen oder Dosenwerfen gab es auch eine Karaoke-Bar und eine Fotobox für lustige Selfie-Schnappschüsse. Beim Gruselkabinett wurden die Schüler zu Vampiren. Die Foto-Ausstellung in der Mensa mit historischen Bildern von Schule und Schülern aus 50 Jahren fand viel Beachtung. So mancher Gast fand sich in einem Bild wieder und es wurde herzlich gelacht. Während des gesamten Wochenendes konnten die Besucher eine Ausstellung bewundern, in der die Abschlussklassen von 1994 bis heute aufgeführt waren. Aber auch viel über die Geschichte konnte in ruhiger Atmosphäre nachvollzogen werden.

Der Festakt
Bereits am Freitag begrüßten Schulleiterin Angelika Philipzen und Bürgermeister Erik Weide geladene Gäste zu einem offiziellen Festakt. Gemeinsam blickten Philipzen und Weide auf 50 Jahre schulische und politische Geschichte in Friesenheim zurück. Die Schulleiterin betonte die gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern.

Die Preisverleihung
Im Rahmen des Schulfests überreichte Schulleiterin Angelika Philipzen den Preis für Zivilcourage an die 16-jährige Lena Truong. Sie habe Courage gezeigt, indem sie auf Facebook eine Seite entfernen ließ, auf der Schüler und Lehrer der Friesenheimer Schule beleidigt und beschimpft wurden. Nachdem Lena Truong erfahren hatte, dass es auf Facebook eine solche Seite gibt, hatte sie sich damit beschäftigt, wie sie diese Seite entfernt bekommen kann.

Die 16-jährige Schülerin, die sich auch Schülersprecherin engagierte und dieses Jahr von der Schule verabschiedet wurde, erzählte, dass die Facebook-Gruppe dafür gegründet worden war, damit Schüler über sich selbst erzählen konnten. Dies sei aber in Beleidigungen gemündet. Schulleiterin Angelika Philipzen sprach von Mobbing auf Facebook. Lena Truong hatte schließlich Erfolg mit ihrem Antrag, die Seite von Facebook entfernen zu lassen.

30 Jahre Zirkus Pippolino
Das Zirkusprojekt Pippolino der Schule feierte sein 30-jähriges Bestehen. Schüler der sechsten Klassen studieren für den Zirkus in Arbeitsgemeinschaften ein Programm ein. Beim Schulfest zeigten sie anspruchsvolle Darbietungen auf dem Einrad und in der Akrobatik.

Zu 99 Luftballons von Nena kamen die Einradfahrerinnen Luftballons haltend auf die Bühne in die Aula der Schule gefahren. Besonders spektakulär war der Abschluss auf einem hohen Einrad, das zwar mit Unterstützung aber doch von den Schülerinnen gefahren wurde.

Akrobatische Darbietungen auf Schultischen zeigte eine Gruppe, die miteinander Pyramiden baute. Schwungvoll präsentierte sich die Gruppe, die ihre Diabolos hoch durch die Luft warf. Bei der Leiterakrobatik zeigten die Schüler Geschicklichkeit. Die Akrobatik am Vertikaltuch ist jedes Jahr ein besonderer Punkt der Zirkusaufführung. Auf dem Minitrampolin gab es Hocksprünge und Strecksprünge mit und ohne Schrauben bis hin zu Salti. Bevor die Artisten zum Jonglieren auf die Bühne kamen, holte der langjährige Betreuer der AG, der inzwischen pensionierte Lehrer Günter Schlossarek, Schulleiterin Angelika Philipzen und Oberweiers Ortsvorsteher Andreas Bix auf die Bühne. Schlossarek ließ sie die ersten Griffe des Jonglierens üben. Dies fiel ihnen nicht leicht, das Publikum war indes begeistert von der Nummer.

Schließlich zeigten die Schüler, dass man auf den großen Bällen auch laufen kann. Sie hatten dabei Tücher oder drehende Teller in der Hand, überquerten eine Wippe, und es gelang ihnen sogar, auf dem Ball Seil zu springen. Wieder andere Schüler malten kunstvolle Figuren mit Bändern in die Luft. Den Abschluss bildete Akrobatik am Trapez. Belohnt wurden die Schüler mit tosendem Applaus.