Polizeipsychologe im Interview

"Die subjektive Wahrnehmung hat nichts mit der Kriminalstatistik zu tun"

Karl Heidegger

Von Karl Heidegger

Fr, 13. Dezember 2019 um 19:13 Uhr

Südwest

BZ-Plus "Es wird immer schlimmer", heißt es oft auf Facebook: Gewalttaten wie die tödliche Attacke auf eine Frau in Lörrach wühlen viele Menschen auf – und können zu falschen Schlüssen führen. Warum? Das weiß ein Polizeipsychologe.

In Lörrach tötet ein Mann seine Nachbarin, in Stuttgart stirbt eine Frau wohl als Zufallsopfer eines Messerstechers auf offener Straße, in Augsburg wird ein Feuerwehrmann mutmaßlich von einem Minderjährigen erschlagen: Drei Straftaten haben diese Woche viele Menschen emotionalisiert – was sich auch in hitzigen Debatten in Sozialen Netzwerken zeigt. Polizeipsychologe Adolf Gallwitz erklärt im Gespräch mit Karl Heidegger, wie solche Fälle das Sicherheitsgefühl der Menschen beeinflussen.

"Rein statistisch stellen die jüngsten Vorfälle zwar eine Häufung dar, aber übers Jahr hinweg gibt es bei Gewaltdelikten lediglich einen Anstieg auf sehr niedrigem Niveau." Adolf Gallwitz BZ: Herr Gallwitz, nach dem Tötungsdelikt in Lörrach schrieben viele Facebook-Nutzer einen Satz, der nach solchen Taten immer wieder fällt: "Es wird immer schlimmer." Was würden Sie dem entgegnen?
Gallwitz: Man könnte solche Leute mit der Kriminalstatistik konfrontieren. Denn rein statistisch stellen die jüngsten Vorfälle zwar eine Häufung dar, aber übers Jahr hinweg gibt es bei Gewaltdelikten lediglich einen Anstieg auf sehr niedrigem Niveau. Bei jungen Tätern gehen die Zahlen sogar prägnant zurück. Eine Ausnahme stellt bei den ...

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