Coronavirus

Die Superspreaderin von Garmisch war eine US-Touristin

dpa, BZ

Von dpa & BZ-Redaktion

Sa, 12. September 2020 um 11:21 Uhr

Panorama

Sie war mit Corona-Symptomen in mehreren Lokalen unterwegs: Der heftige Ausbruch im bayerischen Garmisch-Partenkirchen soll auf eine US- Touristin zurückgehen. Das hat Folgen für den Kreis.

Der heftige Corona-Ausbruch im bayerischen Garmisch-Partenkirchen soll auf eine US-amerikanische Touristin zurückgehen. Die junge Frau soll in mehreren Lokalitäten unterwegs gewesen sein, obwohl sie Symptome hatte, wie der Sprecher des Landratsamtes, Stephan Scharf, am Samstag sagte. Sie wäre damit eine sogenannte Superspreaderin.

Die 26-Jährige reiste nach Angaben des Landratsamtes "Anfang September oder Ende August" nach Deutschland ein und soll mehrere Tage im Nachtleben vom Garmisch-Partenkirchen unterwegs gewesen sein. Ob sie das Virus aus den USA mitbrachte und möglicherweise Quarantäne-Regeln missachtete, ist noch unklar.

Die Ermittlungsteams im Landkreis suchen nun nach weiteren Corona-Infizierten, die am vergangenen Dienstagabend bestimmte Bars in Garmisch-Partenkirchen besucht haben. Weil sich nicht alle Kontaktpersonen nachverfolgen ließen, fordert die Gesundheitsbehörde diejenigen, die an oder vor diesem Abend in örtlichen Bars unterwegs waren, auf, sich beim Gesundheitsamt zu melden und sich testen zu lassen.

23 Fälle allein in ihrer Unterkunft

In einer Unterkunft auf dem Gelände von US-Streitkräften, in der sie übernachtet hatte, wurden nach Angaben Scharfs bislang 23 Menschen positiv getestet. Insgesamt belief sich die Zahl der Neuinfektionen auf 33 an einem Tag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 54 und damit über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Das Landratsamt verhängte daraufhin zunächst auf 7 Tage befristete Einschränkungen für die Marktgemeinde.

Sperrstunde eingeführt

Seit Freitag müssen alle Gaststätten täglich um 22.00 Uhr schließen, wie es weiter hieß. Nur noch maximal fünf Personen dürfen sich im öffentlichen Raum gemeinsam treffen - das gilt auch für alle Gastronomiebetriebe. Für Privatveranstaltungen wird die Teilnehmerzahl auf höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder bis zu 100 Personen unter freiem Himmel beschränkt.

Ob der Anstieg der Neuinfektionen auch Auswirkungen für Schulen und Kindertagesstätten hat, war zunächst nicht bekannt. Die Veranstaltung "Ausbremst is" wurde von den Organisatoren am späten Freitagabend abgesagt. Die Kundgebung des Bayerischen Bauernverbandes, am 12. und 13. September darf wie geplant stattfinden.

In Bayern liegen derzeit drei kreisfreie Städte über der kritischen 7-Tage-Inzidenz-Marke von 50: Würzburg, Kaufbeuren und Rosenheim.

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