Senioren-WG

Die Theateraufführung des Hölzlebrucker Sportvereinballs kommt an

Eva Korinth

Von Eva Korinth

Mo, 09. Januar 2023 um 17:43 Uhr

Titisee-Neustadt

Die Anziehungskraft des Hölzlebrucker Sportvereinballs mit Theateraufführung ist ungebrochen. Und so wird nach dreijähriger Corona-Pause viel gelacht und noch mehr applaudiert.

Als sich der rote Vorhang für das Stück "Die fidele Senioren-WG" öffnet, wird es schlagartig still im Thomasheim. Auf der Bühne sitzen in einem geschmackvoll eingerichteten Salon drei Senioren am Tisch und trinken Bier. Es sind der vornehme Engelbert Rademacher (gespielt von Andy Binder), der sich als Weiberheld gebende Hans-Jürgen Bausewein (Markus Gebhart) und in Schlabberhose und weißem Feinrippunterhemd der nur den Fußball liebende Josef Matschowski (Hubert Waldvogel). Man duzt sich und ganz zur Freude des Publikums wird auch heftig gestritten. Es folgt ein Dichterwettstreit über die richtige Biermarke. Die Stimmung steigt und die Herren beschließen schließlich, in den "Schützen" zu gehen.

Ruckzug ist man beim Thema eheliche Pflichten

Kaum sind sie weg, tauchen die weiblichen Mitglieder der Senioren-Wohngemeinschaft auf. Das sind Heidrun Schmalz (Elli Straub) mit ihrem übergroßen schwarz-gelben Strickschal sowie struppigen grauen Haaren und im aufreizenden Glitzerkleidchen die stark geschminkte Geraldine Klöppel (Heike Döbele). Auch sie duzen sich bald, denn "was die Mannsbilder können, das können wir Frauen doch schon lange". Das weitere Gespräch gibt Aufschluss über die Naivität von Bewohnerin Schmalz und die große Lust ihrer Duzfreundin auf das starke Geschlecht. Und ruckzuck sind sie beim Thema Männer und eheliche Pflichten. Das Publikum erhält Pointen serviert wie: "Jede Nacht haben Heidrun und ihr Mann Sex gehabt – Weihnacht, Fastnacht und Mittsommernacht." Als dritte Bewohnerin betritt Gräfin Margot von Kranskow (Erika Jestand) den Salon. Sie ist elegant gekleidet, wirkt sehr arrogant und verwehrt das Du: "Ja sonst noch was!" Jetzt geht es zwischen den drei Frauen rund. Als dann auch noch die Herren auftauchen, scheint es zu eskalieren. Da klingelt eine Pizzabotin (Uli Braun).

Kein Happyend gibt es für die Übriggebliebenen

Das lustige Hauen und Stechen zwischen den Geschlechtern sowie untereinander setzt sich in den nächsten Akten fort. Das Blatt wendet sich erst, nachdem Matschowski der Gräfin ihr Verhalten deutlich macht und Bausewein gesteht, dass er Jungfrau ist. Und endlich findet auch Rademacher Gehör bei seiner heimlichen Liebe, der Gräfin. Schmalz und Bausewein finden zueinander. Kein gemeinsames Happyend gibt es für die Übriggebliebenen: Geraldine Klöppel kündigt – sie will noch etwas erleben – und Matschowski freut sich auf einen Großfernseher mit Kopfhörern, damit er wie im Stadion Fußball schauen kann.

Groß ist das Hallo auf der Bühne, als zum fünften Mal ein bekanntes Gesicht erscheint, dieses Mal als Monikas mobiler Trau-Service. "Sie waren doch die Pizzabotin, die Postbotin, die Masseurin, die Pediküre, die Blumenbotin? Ich kenn’ dich doch", ruft es. Ja, sie war das alles. "Ich bin Multijobberin", sagt sie und das Publikum lacht herzhaft.

Am Ende werden die Gewinner der Tombolapreise bekannt gegeben

Drei Stunden Unterhaltung mit viel Witz und Humor gehen schnell vorbei. Alle Darsteller verkörpern ihre Charaktere authentisch und mit viel Elan. Enorm auch die Wandlungsfähigkeit der Multijobberin. Die wenigen Texthänger werden geschickt überspielt mit Hilfe von Souffleuse Birgit Kromer. Ein starker Schlussapplaus für jeden Schauspieler sowie für Regisseur Markus Gebhart, die Souffleuse und den Maskenbildner Romeo Willi sind der Lohn.

Es folgt die Bekanntgabe der über 400 gezogenen Tombolapreise. Die Gewinner sind: 1. Preis Johanna Helmle, 2. Preis Sandra Dreher, 3. Preis Hubert Rombach und 4. Preis Life Eidinger.