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Die Volksbank Lahr ist fest in der Region verwurzelt

Bettina Schaller

Von Bettina Schaller

Sa, 18. September 2021 um 04:54 Uhr

Anzeige Vorstandsvorsitzender Peter Rottenecker spricht über die Strategie als Fördermittelbank und Bankunternehmen aus der und für die Region und über die Herausforderungen während der Corona-Pandemie

BZ: Vom Bund gab es jede Menge Finanzhilfen für von Corona betroffene Firmen. Gab es auch einen Run auf die Volksbank, von Unternehmen, die finanziell unterstützt werden mussten?

Peter Rottenecker: Am Anfang war es für Handel, Gastronomie und Dienstleister sehr schwierig, an die Finanzhilfen heranzukommen. Es hat gedauert, bis Geld geflossen ist. Insbesondere die Gastronomie wurde hart getroffen. Der Papierkrieg war immens. Die Unsicherheit, auch bei unseren Kunden, war groß.

BZ: Wie hat die Volksbank in dieser Situation geholfen?
Rottenecker: Schnell und unbürokratisch. Wir haben zum Beispiel Zins- und Tilgungsaussetzungen gewährt, damit zunächst einmal die Last der Kreditraten wegfällt.

BZ: Es gab doch sicher nicht nur Anfragen wegen laufender Kreditzahlungen. Was waren weitere wichtige Fragen der Unternehmen?
Rottenecker: Wie komme ich an die Überbrückungshilfen und Sonderkreditprogramme? Das war für viele eine scheinbar nicht zu überwindende Hürde, vor allem wegen der Bürokratie. Wir haben umgehend eine Taskforce eingerichtet, um schnellstmöglich zu helfen. Über unsere Crowdfunding-Plattform haben wir eine Spendenaktion gestartet, die den Dienstleistern helfen sollte, die am stärksten von Lockdown und Schließungen betroffen waren.

BZ: Wie sehen andere, nicht coronabedingte Projekte aus?
Rottenecker: Wir haben unter anderem die Blackvrst Capital Management GmbH gegründet. Hier geht es um eine neue Form der Finanzierung großer Projekte, die unserer Strategie "Mensch und Heimat" folgt. Wir wollen den Menschen dienen und sie mit vielfältigen regionalen Angeboten unterstützen. Ein Beispiel ist das Seniorenheim St. Luitgard in Oberwolfach, das zusammen mit dem Caritasverband verwirklicht wird. Wir geben den Menschen in unserer Region die Möglichkeit, sich finanziell an diesem innovativen Projekt zu beteiligen.

BZ: Die Volksbank ist Fördermittelspezialist, was ist derzeit aktuell?
Rottenecker: Ich denke dabei zum Beispiel an die Innovationsfinanzierung 4.0. Dahinter steht die Zusammenarbeit mit der L-Bank in Kooperation der Steinbeis-Stiftung für Wirtschaftsförderung. Damit sollen finanzielle Freiräume geschaffen und unternehmerische Ideen verwirklicht werden. Das Angebot richtet sich nicht nur an große Unternehmen, sondern bietet auch kleinen Handwerksbetrieben oder Dienstleistern die Chance, mit Hilfe von Fördermitteln und Zuschüssen zu investieren.

BZ: Gibt es auch alternative Finanzierungsprogramme?
Rottenecker: Zahlreiche. Es gibt nichts, was es nicht gibt an Sonderkreditprogrammen. Wir helfen unseren Kunden dabei, die passenden Programme zu finden.

BZ: Welches sind derzeit die gefragtesten Förderprojekte?
Rottenecker: Aktuell liegt die Tourismusförderung weit vorne, so wie auch die energetische Sanierung, weiterhin die Digitalisierung und Investitionen in neue Maschinen und Ausrüstung.

BZ: Nicht nur die Wirtschaft, auch der Mensch und die Heimat sind ein Thema der Strategie 2025 der Volksbank. Was versteht man darunter?
Rottenecker: Wir sind eine menschliche Bank, die in der Region fest verwurzelt ist. Wir unterstützen die Vereine, das Ehrenamt, Kindergärten und die Kommunen. Mit unserer Bürgerstiftung helfen wir schnell und unbürokratisch.

BZ:
Last, but not least hat die Volksbank Nachhaltigkeit und Verantwortung auf ihrem Strategiepapier stehen. Welchen Schwerpunkt hat man dafür ausgewählt?
Rottenecker: Als Volksbank haben wir das Thema Nachhaltigkeit schon seit unserer Gründung vor rund 160 Jahren fest im Handeln verankert. Soziales und gesellschaftliches Engagement gehören zu unserem Selbstverständnis genauso wie die Verantwortung für eine intakte lebenswerte Zukunft und die Förderung der Wirtschaft.

BZ: Innovative Ortenau, wofür steht Ihrer Ansicht nach dieser Slogan?
Rottenecker: Wir leben in einer einzigartigen Region. Sie wird geprägt von ihren Menschen und von einer starken mittelständischen Wirtschaft. Darauf sind wir stolz. Mit 410 Mitarbeitern ist die Volksbank Lahr ein fester Teil davon. Wir arbeiten und leben hier und bringen uns mit unseren genossenschaftlichen Werten ein: Heimat und Menschlichkeit, Partnerschaft und Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und ein Miteinander auf Augenhöhe. Gepaart mit dem Mut, gemeinsam immer wieder neue Wege zu gehen, greifen wir die Themen auf, die unsere Kunden bewegen und berühren.
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