Rezension

Die Weiler Metal-Legende Destruction steht immer noch unter Dampf

Bernd Peters

Von Bernd Peters

Mo, 19. August 2019 um 12:13 Uhr

Rock & Pop

Der Sonntag Die Band ist seit 1982 in Deutschland so etwas wie Speerspitze und Mutter des Thrash gleichermaßen. Nun legt Destruction ein neues Album vor, mit dem Genre-Fans eine Menge Freude haben dürften.

Der Thrash-Metal ist Anfang der Achtziger entstanden und verbindet die Attitüde des Punk mit der Virtuosität des Heavy Metal. So in etwa. Ach ja, und die Band Destruction aus Weil am Rhein ist seit 1982 in Deutschland so etwas wie Speerspitze und Mutter des Thrash gleichermaßen.

Die beiden Gründungsmitglieder Marcel "Schmier" Schirmer und Michael "Mike" Sifringer legen nun zusammen mit dem neu angeworbenen ehemaligen Trommler Randy Black und dem ebenfalls neu rekrutierten Schweizer Gitarristen Damir Eskic mit "Born To Perish" ein neues Album vor, mit dem Genre-Fans eine Menge Freude haben dürften: Schnelle Riffs, bissiger Gesang, ein donnernder Bass und mächtig aufgaloppierende Trommeln prägen das Bild.

Die Band nutzt die Möglichkeiten gekonnt, die der Einsatz zweier Gitarristen bietet: Im Auftaktsong "Born To Perish" klingt die gemeinsame Soloarbeit von Eskic und Sifringer fast schon melodieverliebt. Eine Ruhepause bietet das Intro zu "Butchered For Life" etwa zur Mitte der CD hin, bevor es im Song "Tyrants of The Netherworld" mit gedoppelter Basstrommel, gefährlich gutturalem Vokaleinsatz und einem atemberaubend schnellen Gitarrensolo den Tyrannen an die Gurgel geht.

Es gehört eben zur Haltung beim Thrash, Politiker wie in "We Breed Evil" als Marionetten und Heuchler blöd zu finden, keinen "bloody Benz" ("Butchered for Life") fahren zu wollen und den eigenen Lebensstil zu idealisieren wie in "Betrayal" ("Ich liebe und respektiere das Leben, das ich gewählt habe"). Das kann man spätpubertär finden. Einerseits. Andererseits stehen Destruction voll unter Dampf und wissen, was ihre Fans – virtuos dargeboten – hören wollen. Dass dazu auch eine Cover-Version von "Hellbound" der britischen Metal-Klassiker Tygers Of Pan Tang gehört, macht die Platte nur noch wertvoller. Bernd Peters
Destruction, Born to Perish, Nuclear Blast