Kreisliga A Nord

Dirk Rudhart, SV Diersburg: "Wir müssen cleverer werden"

Benedikt Hecht

Von Benedikt Hecht

So, 06. Oktober 2019 um 22:00 Uhr

Kreisliga Ortenau

Lange sah es nach einer Pleite für den SV Diersburg aus. Doch in der Nachspielzeit gelang in der Auswärtspartie beim SV Gengenbach noch das schier unmögliche. Aus einem 0:2-Rückstand wurde ein 2:2.

Wie SVD-Trainer Dirk Rudhart das Spiel erlebte und an welchen Stellen noch gearbeitet werden muss, darüber sprach Benedikt Hecht mit ihm im Interview.

BZ: Herr Rudhart, Hand aufs Herz: Wie groß war die Erleichterung nach Abpfiff, dass es doch noch zum Punkt reichte?
Rudhart: Wir waren am Samstag ziemlich ersatzgeschwächt, mussten schauen, wie wir es überhaupt irgendwie hinbekommen. Dann hat mir auch noch unser Stammstürmer Julian Kälble abgesagt. Eigentlich wollten wir möglichst lange die Null halten, den Gegner viel laufen lassen, da wir wussten, dass Gengenbach einige ältere Spieler in der Mannschaft hat, die spielentscheidend sein können. Und dann zuschlagen wenn sie etwas müde sind. Zugeschlagen haben wir – spät. Aber leider vorher noch zwei unnötige Gegentore bekommen. Dass es am Schluss noch gereicht, kommt fast einem Sieg gleich.

BZ: Haben Sie wirklich noch mit dem Punkt gerechnet?
Rudhart: Man hat gespürt, dass Gengenbach nachlässt, Probleme bekommt und wir stärker werden. Gehofft habe ich schon, aber diesen Eindruck hatte ich jetzt schon ein paarmal – und es hat nie gereicht.
BZ: Sie stehen derzeit auf Platz elf in der Liga. Wie fällt ihr Fazit aus?

Rudhart: Wir haben viele junge Spieler und mussten daher bisher einiges an Lehrgeld bezahlen. Gerade in Wagshurt und Fautenbach oder gegen Tiergarten-Haslach. Da haben wir fast sichere Punkte noch verschenkt. Die Jungs müssen lernen, dass sie jetzt nicht mehr Kreisliga B kicken, sonder in der A-Klasse. Und dort wird jeder Fehler bestraft. Positiv stimmt mich, dass uns noch keine Mannschaft so an die Wand gespielt hat, als ob wir chancenlos wären.

BZ: Die Aufstiegseuphorie dürfte mittlerweile verflogen sein.
Rudhart: Definitiv, die war schnell weg, dafür lief die Vorbereitung zu durchwachsen. Doch herrscht hier eine positive Grundstimmung. Zu den Heimspielen kommen jede Menge Zuschauer, das pusht die Mannschaft. Vor eigener Kulisse spielen wir daher viel stärker.
BZ: Wo sehen Sie Schwachpunkte bei Ihrer Mannschaft?
Rudhart: Das große Problem ist, dass ich aus unterschiedlichsten Gründen im Training oder bei Spielen ständig auf Leute verzichten muss. Aber das Problem haben ja nicht nur wir sondern die anderen Clubs auch. Fußball hat heute schlicht nicht mehr den Stellenwert im Vergleich zu früheren Zeiten.

BZ: Woran müssen Sie im Training noch arbeiten?
Rudhart: Wir müssen cleverer werden. Gerade im taktischen Bereich. Dass einer auch mal ein taktisches Foul macht. Damit meine ich aber nicht, dass der Gegenspieler umgehauen werden soll, sondern einfach mal am Trikot gezogen, um Konter der Gegner zu unterbinden.