Einseitiger Titelkampf

Dominanz der Eishockey-Topclubs aus Mannheim und München scheint weiterzugehen

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Von dpa

Mi, 11. September 2019 um 18:59 Uhr

Eishockey

Seit fünf Jahren heißt der deutsche Meister immer Adler Mannheim oder EHC Red Bull München – und wenn sich die Prognosen bewahrheiten, werden die beiden Topklubs den Titel noch lange unter sich ausmachen.

Spannend wird es vermutlich nur zwischen Mannheim und München. Wenn an diesem Freitag die neue Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) beginnt, scheint das Finale für die Playoffs schon festzustehen. Seit fünf Jahren heißt der deutsche Meister immer Adler Mannheim oder EHC Red Bull München – und wenn sich die Prognosen bewahrheiten, werden die beiden Topklubs den Titel noch lange unter sich ausmachen.

Droht der DEL über Jahre ein einseitiger Titelkampf? "Ich finde die Entwicklung noch nicht so krass", beschwichtigte Nürnbergs Stürmer Patrick Reimer. "Ich finde nicht, dass es schon so weit ist wie im Fußball, dass Bayern, Dortmund und vielleicht ein anderer vorneweg marschieren." Die Hälfte der Konkurrenten sieht das aber ganz anders. "Nur Glück" könne verhindern, dass sich die Dominanz der beiden Topteams manifestiere, antwortete Düsseldorfs Trainer Harold Kreis. Der 60-Jährige steht mit seiner Meinung bei weitem nicht alleine da. Und hat viele Fakten auf seiner Seite.

2014 jubelte Außenseiter Ingolstadt noch überraschend mit dem Silberpokal. Dann wurde Mannheim Meister, ehe die Ära der Münchner ihren Lauf nahm und nun Ende April wieder Mannheim die Münchner entthronte. Mit reichlich Sponsorengeldern ausgestattet planen die Macher ihre Titeljagd. Nach Schätzungen der Eishockey News beträgt der Etat der Adler 16,0 Millionen Euro und das Budget der Münchner 15,5 Millionen Euro - es sind die höchsten der Liga.

Mannheimer und Münchner Verantwortliche wiegeln ab

"Es wird wohl niemand etwas dagegen tun können, dass sich deren Dominanz manifestieren wird", sagte Ingolstadts Sportdirektor Larry Mitchell. Ähnlich wie Kreis und Mitchell äußerten sich auch die Vertreter von Nürnberg, Straubing, Schwenningen und Bremerhaven.

Mannheims Manager Jan-Axel Alavaara und Münchens Sportchef Christian Winkler wiegeln ohnehin ab und rechnen in der anstehenden Saison nicht nur mit einem Zweikampf um den Titel. Die Kölner Haie etwa seien stark. Die Nummer drei im Etat-Ranking (geschätzte 12,5 Millionen Euro) hat nun Mike Stewart als Trainer an der Bande, der Außenseiter Augsburg zuletzt beinahe zum Halbfinal-Coup über München geführt hätte. Die Aussage der meisten anderen Klubs, dass in der Meisterfrage nichts an Mannheim und München vorbei führe, "sei ein Stück weit auch eine Ausrede", meinte Münchens Manager Christian Winkler.

Die Qualität der Münchner von Don Jackson, dem erfolgreichsten DEL-Trainer, und der Mannheimer von Coach Pavel Gross ist allerdings enorm. Aus den beiden Kadern ließe sich ein Nationalteam zusammenstellen. Doch starke Mannheimer und Münchner können der Liga auch Vorteile bescheren, wenn sie mit Champions-League-Auftritten Aufmerksamkeit erzielen. Nach vier Spieltagen ist der deutsche Meister das punktbeste Team der 32 Teilnehmer und hat das Achtelfinale sicher. Mit München, in der Vorsaison erst im Finale gestoppt, und Augsburg könnten erstmals drei deutsche Teams im Achtelfinale stehen.