Freizeit und Genuss

Hitze bremst Street-Food-Market auf dem Freiburger Messegelände aus

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

So, 02. August 2020 um 11:14 Uhr

Brühl

Ein kleiner Schritt Richtung Alltag: Der Street-Food-Market ist die erste Veranstaltung auf dem Messegelände seit dem Lockdown. Die Hitze am Samstag bremste den Ansturm. Am Sonntag geht’s weiter.

Kann das klappen: ein Street-Food-Market in Corona-Zeiten? Früher war das stets ein Massenereignis. Nun durften maximal 500 Menschen gleichzeitig zugelassen werden für diese erste Veranstaltung auf dem Messe-Gelände seit viereinhalb Monaten. Alle mussten sich auf eines von sieben Zeitfenstern festlegen. Die Auslastung habe im Vorfeld bei rund 80 Prozent gelegen, sagt Jonas Veeser von der städtischen "Freiburg, Wirtschaft, Touristik und Messe GmbH" (FWTM), bei insgesamt gut 3000 Gästen: Ein kleiner Schritt Richtung Alltag.

Am Samstagnachmittag glüht die Sonne, das Messegelände wirkt fast leer. Abgesehen von den 30 Foodtrucks. Doch eigentlich müssten 350 Menschen da sein: So viele hätten sich für die Etappe zwischen 14 und 16.30 Uhr angemeldet, sagt Jonas Veeser. Vielleicht verteilen sie sich gut, was angesichts der Sicherheitsregeln umso besser ist. Manche genießen die Ruhe: Lisa Zota, ihr Partner, ihre Kinder Conner (7) und Rayk (sieben Monate alt) und ein Freund haben sich diese Zeit ausgesucht, weil sie online sahen, dass der Samstagabend voller werden würde. Mit der Anmeldung hat alles geklappt; wie alle haben sie sich bei einem der zwei Eingänge gemeldet, wo die Namen registriert sind. Die Fünf haben Hunger und freuen sich darauf, Neues auszuprobieren. Nur Conner weiß schon, was er will: Pommes und Eis.

Wegen der Hitze kommen weniger Besucher als erwartet

Ein Stück weiter bei der "Monkey Crew" gibt es Burger, die "King Kong" oder "Miss Sam" heißen. Eine junge Frau wählt die vegetarische Variante mit dem Namen "Cheeta" mit geräuchertem Gemüse und Schafskäse. Eigentlich sei sie Veganerin, sagt sie, doch da gebe es wenig Angebote: "Ein bisschen mehr wäre schön." Sie mag Street-Food-Festivals, wegen der Atmosphäre. Ähnlich geht es Sandy Ravalison und Philipp Schoch. Für das junge Paar passt auch das Essen: Sie mögen am liebsten Fleisch, und die Burger-Palette ist breit.

Die meisten Foodtrucks bei diesem sechsten Street-Food-Market in Freiburg waren auch bei den früheren dabei, sagt Jonas Veeser. Neu ist das Häuschen der "Cuisine Marrakech". Dort bieten Marius Nagel und Oussama Kabaj marokkanische Gerichte mit Rindfleisch oder Gemüse an. Die zwei Freunde, die an der Uni in Senftenberg zwischen Dresden und Berlin arbeiten, wo Marius Nagel wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Volkswirtschaftslehre und Oussama Kabaj Koordinator für ausländische Studierende ist, hatten einen lange Anfahrt. Für sie ist es ihre erste Food-Truck-Veranstaltung. Sie wollen das ausbauen. Oussama Kabaj stammt aus Marokko, die Rezepte für die Gerichte sind von seiner Oma, Marius Nagel ist in Freiburg aufgewachsen und hat hier Kontakte. Wegen des Neustarts ist es für sie in jedem Fall spannend, sie bringen keine großen Erwartungen mit.

Einige Aussteller werden draufzahlen müssen

Für Andrea Seeger von der Craftbeer Lodge ist es schwieriger: Kaum jemand trinkt Bier an diesem heißen Nachmittag. "Wir werden draufzahlen müssen", befürchtet sie. Zwar hofft sie auf den lebendigeren Abend, doch mit maximal 500 Gästen gleichzeitig und den halbstündigen Pausen dazwischen, in denen die einen geordnet gehen und die anderen kommen sollen, lasse sich nicht so viel verdienen.

Jonas Veeser ist bewusst, dass dieser Street-Food-Market nicht mit dem vorigen verglichen werden kann, als 20 000 Gäste kamen. Doch immerhin muss diesmal jeder Gast zehn Euro Eintritt bezahlen und erhält dafür Verzehrbons im Wert von acht Euro: Bei 3000 Gästen sei so ein Mindestumsatz von 24 000 Euro garantiert. Und bei manchen läuft es selbst an diesem ruhigen ersten Nachmittag gar nicht schlecht: "Es sind wenig Leute da, aber zu uns kommen viele", sagt Johanna Alonso vom "Mexican Streetfood". Dort hat sich Annalena vom Hoevel, die mit vier Freunden unterwegs ist, gerade vegetarische Tacos geholt: "Die passen besser zur Hitze als Burger, die schwer im Magen liegen."
Street-Food-Market am Sonntag

Am heutigen Sonntag, 2. August, öffnen die Pforten um 11 Uhr. Es gibt drei Zeitfenster – das letzte schließt um 19.30 Uhr.

Weitere Informationen auf http://www.streetfoodmarket-freiburg.de sowie auf Facebook und Instagram @StreetFoodMarketFreiburg.