Kreisliga

Ecke statt Elfer: Soll Bad Säckinger für Fairplay-Preis nominiert werden?

Mario Schmidt

Von Mario Schmidt

Mo, 26. Oktober 2020 um 19:14 Uhr

Kreisliga Hochrhein

Der SV Albbruck hat sich mit einem 3:1-Sieg beim FC Bad Säckingen aus der Abstiegszone gehievt. Lob gibt es von Albbruck für einen FCBS-Youngster wegen dessen Fairplay-Aktion.

Eine der vielen Szenen in der Partie zwischen dem FC Bad Säckingen und dem SV Albbruck, die von Ratlosigkeit geprägt waren, spielte sich in der zweiten Hälfte ab. FCBS-Coach Clemens Bauer und sein Co-Trainer Dominik Wunderle stehen, beide Arme weit von sich gestreckt, mit fragenden Blicken mitten auf dem Kunstrasenplatz und warten auf eine Erklärung des Unparteiischen. "Der Schiedsrichter gibt erst einen Strafstoß für uns, nach einigen Augenblicken entscheidet er sich dann doch für eine Ecke und meinte, er hätte es falsch angezeigt oder so", sagt Bauer. SVA-Trainer Thomas Duffner, dessen Team mit dem 3:1-Erfolg der Sprung aus der Abstiegszone gelang, liefert die Erklärung: "Der Schiedsrichter nahm den Elfmeter nur zurück und entschied auf Eckstoß, weil Giovanni Billeci zugab, dass er nicht gefoult worden ist." Für Duffner eine "super faire Aktion, bei der man darüber nachdenken sollte, ob er nicht einen Fairplay-Preis gewinnen sollte".

Ansonsten war aber auch Albbrucks Trainer nicht von der Leistung des neutralen Spielleiters angetan. "Ein kurioses Spiel mit kuriosen Entscheidungen. Neun Verwarnungen und zwei Gelb-Rote Karten, die beide übertrieben waren, haben viel Hektik ins Spiel gebracht." Bauer wird noch deutlicher: "Der Schiedsrichter hatte das Spiel überhaupt nicht im Griff, und zwar auf beiden Seiten. Der Platzverweis gegen Albbruck war ein Witz, aber die entscheidenden Dinger hat er alle gegen uns gepfiffen."

Für die Niederlage nimmt der FCBS-Coach jedoch seine Elf in die Pflicht: "Wir waren von Beginn an spielbestimmend. Wenn du doppelt so viele Großchancen hast wie der Gegner, bist du am Ende selbst schuld." In Bezug auf den ersten Durchgang teilt Duffner die Einschätzung seines Kollegen. "Die Säckinger haben guten Offensivfußball gespielt, sodass wir in der ersten Halbzeit nicht hinten rausgekommen sind." Nach der 1:0-Führung der Gastgeber gelang es Albbruck, durch seine Standardstärke auszugleichen und das Spiel offen zu gestalten. "Wir haben es durch unsere Umstellungen besser in den Griff bekommen und am Schluss das bessere Ende gehabt, indem wir unsere Torchancen verwertet haben", sagt Duffner.

SV Rheintal will die Ebner-Nachfolge intern lösen

Den Tabellenvorletzten SV Rheintal betreuen seit zwei Spieltagen interimsweise Spieler René Grabe und Pressewart Thorsten Walz, nachdem Michael Ebner sein Amt überraschend niederlegte. "Für Michael war es nicht mehr stimmig und die Situation mit dem kleinen Kader von 14, 15 Spielern nicht mehr zufriedenstellend", erklärt Walz. Derzeit führe Sportchef Tobias Mülhaupt mit einem internen Kandidaten Gespräche. "Über Externe haben wir uns noch keine Gedanken gemacht", so Walz, "wir wollen das bis zum Winter aus den eigenen Reihen heraus lösen." Gegen Primus FC Weizen kam der SVR überraschend zu einem 3:3-Remis. "Weizen war uns in der ersten Halbzeit in allen Belangen überlegen, führte verdient 2:0", sagt Walz. Rheintal stellte um, bekam besseren Zugriff und ging in der 89. Minute mit 3:2 in Führung. "Dass wir es am Ende nicht über die Zeit bringen, ist bitter, aber der Punkt geht in Ordnung."

Die vierte Niederlage in Folge kassierte die Spvgg. Wutöschingen beim 1:4 gegen den SV Stühlingen. "Wir haben zu wenig Effizienz und Durchschlagskraft nach vorne und gefühlt läuft in den 50:50-Entscheidungen momentan wenig zu unseren Gunsten", sagt Trainer Daniel Pietzke, den vor allem ärgert, "dass wir gegen ein Team, das fußballerisch lange nicht so weit ist wie wir, so verlieren. Wir waren keine drei Tore schlechter."