Ein Abend der feinen Töne

Wolfgang Beck

Von Wolfgang Beck

Mi, 17. Juli 2019

Lahr

Der Chor Lauschangriff und der Harmonikaverein Reichenbach begeistern mehr als 300 Besucher beim Open-Air-Konzert.

LAHR-REICHENBACH. "Beim Singen und Musizieren ist die Sonne nicht weit." Die Aussage von Chorleiter Simon Göppert von Lauschangriff aus Dörlinbach ist am Samstag auf dem Lindenplatz Wirklichkeit geworden. Vor zwölf Jahren gründete der damals 18-Jährige den gemischten Chor, der heute 30 Mitglieder hat. Die Idee, mit dem Harmonikaverein Reichenbach ein Open-Air-Konzert zu veranstalten, hat viel Zuspruch erfahren.

Die bangen Blicke in der Probe am Mittag, ob das Wetter halten würde, wichen freudigen Gesichtern am Abend. "Die Musik wäscht den Staub des Alltags von der Seele", sagte Simon Göppert, der mit seinem gemischten Chor Lauschangriff mehr als 300 Zuhörerinnen und Zuhörer überzeugte. Nicht die überdimensionale Beschallung von Gesang und Musik war angesagt, sondern ein Abend der feinen Töne, bei denen poppige und rockige Titel des deutschen und internationalen Schlagers im Blick standen.

Die positive Lebenseinstellung überwog im Zusammenspiel von Chor und Orchester, das Andreas Schmid vom Harmonikaverein Geroldseck Reichenbach dirigierte. "Lebensfreude pur" vermittelten die Auftritte des ersten Orchesters und des Chors Lauschangriff vor zahlreichen zufriedenen Zuhörern, die sich auf dem Lindenplatz einfanden, um dem Konzertprogramm bei untergehender Sonne zu lauschen. "Wir singen, was dem Publikum Spaß macht", hieß die Botschaft von Rebecca Singler, die die Moderation beim Chor übernahm. Im Wechsel mit der Akkordeonmusik und Erläuterungen von Björn Vetter beeindruckte der gemischte Chor mit großer Überzeugungskraft und fröhlicher Ausstrahlung.

Titel wie "Wunder gescheh’n" oder "Dein ist mein ganzes Herz", ein Liebeslied aus der Operette "Land des Lächelns", gingen emotional unter die Haut und zeigten bald, dass hinter Lauschangriff keine nachrichtendienstliche Überwachung steckt, sondern ein Chor mit Sängerinnen und Sängern im Alter von 17 bis 70 Jahren, die alle beim Konzert die Botschaft verkündeten: "Musik und Gesang ist etwas für die Seele." Bernhard Griesbaum untermauerte mit seinem Sologesang, dass ein " O Happy Day" (ein glücklicher Tag) angebrochen ist, bei dem erstmals Chor und Orchester ein gekonntes Zusammenspiel mit Premierencharakter zeigten.

Nach der Pause waren es "Nenas Hits", mit denen sich das Harmonikaorchester unter der Leitung von Andreas Schmid warmspielte, und der Dörlinbacher Chor zeigte einmal mehr, wie Gesang unter freiem Himmel, ohne auf ein Textblatt zu schauen, gut ankommt. "So soll es sein, so kann es bleiben", sangen die Sängerinnen und Sänger aus voller Kehle, dem sich das Publikum mit kräftigem Applaus anschloss.

Noch weitere Lieder schallten über den Lindenplatz zu später Stunde, so "Amarillo" und "Ohne dich schlaf ich heut Nacht nicht ein", bis es zum Schluss zu einem weiteren gemeinsamen Auftritt mit dem bekannten Song "Sister Act" kam, den der Harmonikaverein genau so gekonnt zelebrierte wie zuvor die "Bohemian Rhapsody". Der "Chor fürs Ohr" aus Dörlinbach bot mit Helene Fischers "Atemlos" eine Zugabe der besonderen Art (am Klavier saß Philipp Rendler aus Lautenbach) und bestätigte auch mit einem weiteren "O happy day", dass die Premiere unter freiem Himmel gut ankam und im nächsten Jahr unbedingt eine Wiederholung folgen sollte.