Hochwasserschutz

Am Hochwasserrückhalteraum Breisach ist auch die Emmendinger Firma Mountec beteiligt

Annika Sindlinger

Von Annika Sindlinger

Mo, 29. Juni 2020 um 09:42 Uhr

Emmendingen

Mountec Automatisierungstechnik ist für die Planung, den Bau und die Montage der Schaltanlagen von 35 Brunnen für den Hochwasserschutz am Rhein zuständig.

Die sorgen dafür, dass der Grundwasserspiegel auf einem konstanten Niveau bleibt und auch bei Hochwasser oder einer ökologischen Flutung keine negativen Folgen durch den Rückhalteraum entstehen. "Das ist unser bislang größter Auftrag", sagt Sebastian Lorenz, einer der beiden Geschäftsführer.

Die Nachricht, dass ihr Angebot den Zuschlag bekommen hat, freute Sebastian Lorenz und seinen Geschäftspartner Manuel Volk sehr. "Das sichert nicht nur die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter für die nächsten zwei Jahre, sondern macht Neueinstellungen möglich", sagt Lorenz. Neue Mitarbeiter zu finden sei jedoch nicht immer einfach. Besonders SPS-Programmierer seien gesucht. "Wir würden mit Sicherheit sofort zwei oder gar drei einstellen, aber das ist schwierig", sagt Volk.

Seit 2019 sitzt Mountec in Emmendingen

Im Juli 2012 gründeten er und Sebastian Lorenz ihr Unternehmen. Als Zwei-Mann-Betrieb in der Doppelgarage und mit Büro im Haus von Manuel Volk im Herbolzheimer Ortsteil Wagenstadt fing alles an. "Irgendwann war es mehr Werkstatt als Haus", erzählt er. Weil auch die Zahl der Mitarbeiter kontinuierlich stieg, zog Mountec im Oktober 2014 nach Teningen um. Doch auch hier reichte der Platz nicht lange aus. "Wir mussten irgendwann auch noch Privatwohnungen als Büros dazu anmieten", erzählt Lorenz. Im Februar 2019 fanden er und sein Geschäftspartner schließlich passende Räumlichkeiten in Emmendingen an der B 3. Ein Gebäude gleich am Ortseingang wurde zum neuen Firmensitz. Mittlerweile beschäftigen die beiden 36- und 39-jährigen Mechatronikermeister 25 Mitarbeiter. Im September kommen zwei neue Auszubildende dazu.

Keine Kurzarbeit, dank frühzeitiger Planung

Mountec hat sich auf Komplettlösungen im Bereich Automatisierungstechnik spezialisiert. Die Bandbreite reicht von der Elektrokonstruktion, dem Schaltschrank und der Softwareprogrammierung bis hin zur Visualisierung, Montage und Inbetriebnahme. "Wir gehen detailliert auf die Kundenwünsche ein und fertigen meist Einzelstücke, fast keine Serien", sagt Volk. Das Unternehmen ist weltweit tätig. "Wir haben auch Anlagen in Amerika, Asien oder Afrika installiert. Früher waren wir beide sehr viel im Ausland auf Montage. Heute machen das unsere Mitarbeiter. Wir legen viel Wert auf Selbstständigkeit", so Volk.

Trotz der Krise musste der Betrieb keine Kurzarbeit anmelden. "Während des Lockdowns haben wir ein Schichtsystem eingeführt, sodass die Mitarbeiter aneinander vorbei arbeiten konnten. Wir haben ihnen auch freigestellt, Homeoffice zu machen", so Lorenz. Das habe jedoch niemand wahrgenommen. "Wir haben viel Material schon Monate im Voraus bestellt, sodass es zu keinen Lieferengpässen kam", erklärt er. Aufträge hätten daher nicht verschoben werden müssen, lediglich die Montage bei den Kunden habe sich aus Sicherheitsgründen verzögert und werde derzeit nachgeholt. "Wir sind noch glimpflich davongekommen", sagt Lorenz.

Seit 2005 wird modernisiert

"Es war auch schön, unseren Mitarbeitern in der Krise verkünden zu dürfen, dass wir einen so großen Auftrag an Land ziehen konnten", so Lorenz. Das Millionenprojekt ist der bislang größte Auftrag für die noch relativ junge Firma. "Wir sorgen dafür, dass die 35 Brunnen miteinander vernetzt sind und sich ersetzen, falls mal einer ausfallen sollte", sagt er. Diese Brunnen werden derzeit in Breisach und Hochstetten sowie in den französischen Orten Vogelgrun und Geiswasser gebaut. Erst wenn sie fertig gestellt sind, kann der Rückhalteraum genutzt werden.

Seit 2005 wird die 1965 in Betrieb genommene Wehranlage grundsaniert und modernisiert. Bei Hochwassereinsatz kann mittels vier Einlassbauwerken der Rückhalteraum geflutet werden. Um die Brunnenanlagen betreiben zu können, wird derzeit eine Steuerzentrale im ehemaligen Ionosphäreninstitut eingerichtet. Ende des Jahres kommt Mountec voraussichtlich zum Zug und montiert die Schalteranlagen für die Brunnen. "Das ist ein Auftrag mit viel Verantwortung. Wir freuen uns aber auf diese neue Aufgabe", sagt Lorenz.