Ein Durcheinander auf der Bühne

Dorothée Kuhlmann

Von Dorothée Kuhlmann

Mo, 18. November 2019

Grafenhausen

Begeisternde Aufführung "Komödie im Dunkeln" des Kellertheater-Ensembles / Nur noch Restkarten für nächste Veranstaltungen.

GRAFENHAUSEN. Am Ende lag wieder alles im Dunkeln – oder doch nicht? Eines ist klar und in hellem Licht: Das Ensemble des Kellertheaters erhielt bei der "Komödie im Dunkeln" begeisterten Applaus des Publikums in der fast ausverkauften Premierenvorstellung. Dabei hat das Konzept dieses Stückes von Peter Shaffer "hell ist dunkel und dunkel ist hell" die Akteure auf der Bühne vor eine große Herausforderung gestellt.

Die eigentliche Handlung des Stückes spielt nach einem Kurzschluss nämlich im Dunkeln. Natürlich soll das Publikum sehen, was geschieht.

Und genau dieses ist die Herausforderung. Auf der hell beleuchteten Bühne müssen die Schauspieler den Eindruck erwecken, selber bei Dunkelheit zu agieren. Die intensive Probenarbeit unter Leitung von Corina Rues-Benz hatte sich besonders bei diesem Aspekt ausgezahlt. Gekonnt tappten und stolperten die Schauspieler durch die Handlung und sorgten beim Publikum immer wieder für kräftige Lachsalven.

Das Stück
Dabei ist die Handlung einfach gestrickt. Ein junger unbekannter Künstler Brindsley Miller erwartet den Besuch des reichen russischen Mäzens George Godunow und seines Schwiegervaters in spe Colonel Melkett.

Um diese zu beeindrucken haben er und seine Freundin Carol Melkett die eigene Wohnung mit den antiken Möbeln des verreisten Nachbarn Harrold Gorringe ausstaffiert. Nachbarin Miss Furnival stolpert in die Szenerie, der Colonel versucht, das Kommando zu übernehmen, und dann kehrt Nachbar Harrold vorzeitig zurück. Zu allem Überfluss taucht auch noch Ex-Freundin Clea – oder doch nicht ex – auf. Elektriker Alex Schupanski geht die Situation philosophisch an, und endlich taucht auch noch der erwartete reiche Kunstmäzen George Godunow auf. Dank eines Kurzschlusses spielt sich das Ganze aber im Dunkeln ab.

Die Aufführung
Köstlich amüsant zu sehen, wie die Handelnden auf der Bühne die chaotischen Situationen im Dunkeln zu meistern versuchen. Das Publikum hat dabei dank der erleuchteten Bühne aber alles im Blick. Die in der Dunkelheit entstehenden charmanten, verzwickten und chaotischen Situationen regten immer wieder zum Lachen an. Vor allen Dingen, da die Hauptakteure Brindsley und Carol dann gar nicht mehr so erpicht darauf sind, Licht ins Dunkel zu bringen.

Zum Erfolg der Aufführung trugen natürlich auch das künstlerisch gestaltete Bühnenbild, Maske und die Kostüme im Stil der 60er Jahre sowie Ton und vor allem Lichttechnik bei. Zudem sind diese Aufführungen etwas Besonderes, da das Kellertheater hierfür eine Sondergenehmigung erhielt. Das Stück ist ansonsten Profibühnen vorbehalten. Die Zuschauer der weiteren Aufführungen dürfen sich auf einen besonderen Genuss mit Spaßgarantie freuen. So viel sei noch verraten: Ganz zum Schluss wird es wieder Licht!

"Komödie im Dunkeln", Kellertheater, Schwarzwaldhaus der Sinne; weitere Termine Freitag/Samstag/Sonntag, 22./23./24. November. Beginn Freitag/Samstag jeweils 20 Uhr, Sonntag 18 Uhr. Einlass eine Stunde vorher. Eintrittskarten im VVK nur noch in den Sparkassen Grafenhausen und Stühlingen.