Ein Feiertag für das Lesen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 23. April 2019

Müllheim

Verbund "Onleihe Dreiländereck" zu heutigem Welttag des Buches .

MÜLLHEIM (BZ). Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen und Lesebegeisterte feiern heute, Dienstag, 23. April, den Unesco-Welttag des Buches. Er ist der Leseförderung gewidmet. Immer wieder wird diskutiert, ob im Zeitalter der Digitalisierung das Lesen, Bücher und Bibliotheken noch wichtig sind. Beim letzten Treffen des Onleihe-Verbundes tauschten sich die zehn Bibliotheksleiterinnen unter anderem auch zu diesem Thema aus. Zum "Welttag des Buches" fassen sie diese Überlegungen in einer gemeinsamen Presseerklärung zusammen.

1995 erklärte die Unesco den 23. April zum "Welttag des Buches", dem weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren. Die UN-Organisation für Kultur und Bildung hat sich dabei von dem katalanischen Brauch inspirieren lassen, zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher zu verschenken. Die meisten Menschen lesen nach wie vor gedruckte Bücher; andere mögen Hörbücher, mehr und mehr Menschen bevorzugen aber auch digitale Bücher. Dieser Entwicklung wird auch die "Onleihe Dreiländereck" gerecht: ein Verbund von zehn Bibliotheken – Efringen-Kirchen, Lörrach, Müllheim, Neuenburg am Rhein, Schopfheim, Staufen, Waldshut-Tiengen, Wehr, Weil am Rhein, Wutöschingen – hat die E-Bibliothek "Onleihe Dreiländereck" vor rund sechs Jahren gegründet und bietet den Lesern mit gültigem Bibliotheksausweis die Möglichkeit, unter rund 11 000 E-Books, E-Audios (Hörbücher) und E-Paper (Zeitungen und Zeitschriften) auszuwählen und digital auszuleihen.

Leseförderung war immer schon ein wichtiges Ziel von Bibliotheken und verliert auch durch die Digitalisierung nicht an Wichtigkeit. "Bücher sind vielseitig – sie sind Wissensvermittler, Impulsgeber und Seelentröster", resümiert Angelika Schweizer, Leiterin der Stadtbibliothek Neuenburg. Das Lesen von Büchern fördert Kreativität und Konzentrationsfähigkeit und stärkt das Gedächtnis, heißt es in der Erklärung weiter. Lesen ist zudem eine Grundvoraussetzung für die aktive Teilnahme an unserer Gesellschaft. Bücher fördern die Bildung, regen die Fantasie an und schaffen einen Ausgleich im stressigen Alltag. Bibliotheken bieten hierbei, als einzige nicht kommerzielle Orte, eine Orientierung in der analogen und digitalen Informationswelt. Außerdem entwickeln sich Bibliotheken immer mehr zu Treffpunkten. Sie tragen mit Veranstaltungen wie Lesungen, Kindertheatern und Projekten zur Leseförderung wie beispielsweise der Sommer-Leseclub-Aktion "Heiß auf Lesen" zum kulturellen Leben der Städte bei.

Für Petra Liebrecht, Leiterin der Mediathek Müllheim ist das Lesen guter Bücher auch eine einfache Art den von Mihaly Csikszentmihalyi beschriebenen Zustand des Flow zu erleben. Man ist dann gleichzeitig entspannt und konzentriert, die Aufmerksamkeit blendet Alltagssorgen aus und man taucht aus der Lektüre befriedigt und befreit wieder auf, bereit für Neues.