Ökologie

Ein Flashmob macht in Lörrach auf den Erdüberlastungstag aufmerksam

Martina David-Wenk

Von Martina David-Wenk

Fr, 06. Mai 2022 um 08:26 Uhr

Lörrach

Am Mittwoch waren in Deutschland wieder die nachwachsenden Rohstoffe für das ganze Jahr verbraucht.Mitglieder der Fairnetzt-Gruppen machen mit einer Aktion auf den Erdüberlastungstag aufmerksam.

"Ab heute auf Pump! Oder drei Mal zu groß!" Daneben sind große Füße mit Kreide auf die Straße gemalt. "Fairnetzt", der Zusammenschluss engagierter Lörracher Gruppen, hat am Mittwoch in der Stadt auf den Erdüberlastungstag hingewiesen. Von dem Tag an sind in Deutschland die nachwachsenden Rohstoffe aufgebraucht. Was die Menschen hier für den Rest des Jahres noch an Energie und Rohstoffen brauchen, muss die Erde hergeben. Wenn alle Menschen so leben würden, bräuchte es drei Erden, so die Berechnungen der Organisation Global Footprint Network.

Man müsste diesen Tag der aufgebrauchten nachwachsenden Rohstoffe nach hinten schieben, damit er erst auf den 31. Dezember fällt, auf der Erde also nur so viel nachwachsende Rohstoffe verbraucht werden, wie auch produziert werden. 1961 schuf man noch solche Reserven, damals war die Erde erst 1962 erschöpft. Der Planet konnte also noch zulegen. Heute sind die Reserven in Deutschland bereits Anfang Mai verbraucht.

Kreidefüße auf dem Bürgersteig

Wenn die Menschen die Erde mit Füßen treten, warum nicht gerade dort die Botschaft anbringen? Mitten in der Bürgerschaft und dort wo sich alle begegnen? Im Netztreff, dem Plenum, in welchem sich die Vertreter aller bei Fairnetzt vertretenen Organisationen austauschen, wurde diese Idee geboren. Vor allem Vertreter der Kirchen in Lörrach, denen es ernst ist mit der Maxime, die Schöpfung zu bewahren, malten Füße auf die Straßen und mahnten, dass es so nicht weitergehen könne. Der Unverpacktladen schloss sich der Idee an, auch dort prangten Kreidefüße auf dem Bürgersteig.

Claudia Löwe-Hertel vom Runden Tisch Klima malte ihre Füße vor den Hirschenbrunnen in der Turmstraße, es blieb bei neugierigen Blicken. Eine Passantin verwickelte Robert Kölblin von der Friedensgemeinde auf dem Alten Marktplatz in ein Gespräch. Umweltthemen seien wichtig, doch müsse man auch von der Armut reden, der man hier schlecht entrinnen könne, wenn man darin gefangen sei. Alles sei miteinander verwoben, kam man überein, höhere Löhne in Asien könnten eine Rückverlagerung der Arbeitsplätze bedeuten, was wiederum gut für die hiesigen Arbeitssuchenden sei. Und der Transport entfiele.

Botschaft konnte weiterverbreitet werden

Eine Mutter erklärte ihrer kleinen Tochter, warum die Menschen hier Füße auf die Straße malen. "Beherzigen Sie es bitte", wurde ihr nachgerufen. "Tun wir schon", gab sie zur Antwort. "Ja, wenn alle Menschen so leben würden wie wir in Deutschland ... dann ginge es der Welt besser", sagte ein junger Mann am Rande der Street-foodprint-Aktion von Fairnetzt. Ob er die Idee hinter der Aktion wohl verstanden hat? Die Aktivistinnen und Aktivisten waren mit der Aktion jedenfalls zufrieden. Sie erregten damit ein gewisses Aufsehen und konnten ihre Botschaft weiterverbreiten.

Wer tiefer in das Thema Ressourcenverbrauch einsteigen möchte, kann das am 12. Mai, 19 Uhr. Da trifft sich der Runde Tisch Klima online und behandelt das Thema "Klimafreundliche Mobilität: Wie geht Carsharing, Strom tanken sowie ein Leben ohne eigenes Auto in Lörrach?". Anmeldungen sind möglich bis Mittwoch, 11. Mai, per E-Mail an die Adresse [email protected].