Ein Görwihl für alle Generationen

Hans-Jürgen Sackmann

Von Hans-Jürgen Sackmann

Di, 08. Oktober 2019

Görwihl

NEU IM GEMEINDERAT: Andrea Schrieder will sich für ein lebenswertes Görwihl einsetzen / Stimmenkönigin in Niederwihl.

GÖRWIHL. Andrea Schrieder will sich für ein lebenswertes Görwihl aller Generationen einsetzen. In Niederwihl hat die neue Gemeinderätin mit Abstand das beste Ergebnis erzielt und auch in Oberwihl und Rüßwihl konnte sie gut punkten.

Andrea Schrieder trat zum ersten Mal bei der Gemeinderatswahl in Görwihl an. "Noch am Tag der Wahl hatte ich Zweifel, dass ich genügend Stimme bekomme, um in den Rat einziehen zu können. Ich habe mich riesig über das schöne Ergebnis gefreut, ganz besonders über das Abschneiden in Teilorten, wo ich weniger bekannt bin", sagte sie und war stolz auf die 1255 Stimmen, die sie auf Anhieb errang.

Viel Freude bereiteten ihr die 289 Stimmen, die sie in ihrer Heimatortsteil Niederwihl erzielen konnte. Das war mit Abstand das beste Ergebnis aller Kandidaten. Auch das große Vertrauen, das ihr die Oberwihler und Rüßwihler Wähler entgegengebracht haben, ist für sie Ansporn in der Zukunft.

Den Erfolg führt sie auf ihren Einsatz in der Kirchengemeinde, bei den Frauen in Niederwihl und die humorvollen Auftritte bei der Fassnacht in der Fischerhütte am Schildbach.

Andrea Schrieder stammt aus Aichen und war das Jüngste von vier Kinder. Sie wuchs in einer Großfamilie mit Oma und Opa in einem Landgasthof mit Landwirtschaft auf. Nach der Volksschule in Gurtweil und der Realschule in Tiengen absolvierte sie das zweijährige kaufmännische Berufskolleg, das sie mit der Fachhochschulreife abschloss. Danach folgte die Ausbildung zur Industriekauffrau beim Zigarrenhersteller Villiger in Tiengen.

Nach der Lehre besuchte sie neben ihrem Beruf die Abendschule und bildete sich zum Industriefachwirt weiter. Sie ist sehr bodenständig und arbeitet seit nunmehr 32 Jahren bei Villiger. Die Liebe hat sie nach Niederwihl verschlagen. Sie sagt von sich selbst: "Ich bin ein absolutes Landei und lebe sehr gerne in Niederwihl". Gemeinsam mit ihrem Mann Matthias, dem Blechnermeister, schultert sie das Büro des Familienbetriebes.

Die Motivation, für den Gemeinderat zu kandidieren, ist dem Geschäftesterben in Görwihl und dem Bauplatzmangel in den Teilorten geschuldet. Der Hauptort war nach ihrer Meinung einmal toll aufgestellt. In den Ortsteilen ging fast eine ganze Generation verloren, weil keine Bauplätze zur Verfügung standen. Es sollte alles unternommen werden, um diesem Trend entgegenzuwirken.

Den kommunalpolitischen Schwerpunkt sieht Andrea Schrieder darin, Görwihl für alle Generationen lebenswert zu gestalten. Ihr Anliegen ist es, dass alles getan wird, damit junge Familien in Görwihl bleiben können und neue herziehen. Auch für die älteren Bürger sollte etwas angeboten werden. Die Tagespflege ist nur ein Ansatz. Betreutes Wohnen wird im Alter immer beliebter und eine Versorgung im Notfall in einem Pflegeheim fehlt gänzlich.