Ein junges, starkes Team

Toni Nachbar

Von Toni Nachbar

So, 07. August 2022

Volleyball

Seit acht Wochen bereiten sich die Zweitliga- Volleyballer von der FT 1844 Freiburg auf die neue Saison vor. Ihr Trainer Jakob Schönhagen ist begeistert, wie sich die junge Mannschaft derzeit ins Zeug legt.

Seit acht Wochen bereiten sich die Zweitliga- Volleyballer von der FT 1844 Freiburg auf die neue Saison vor. Ihr Trainer Jakob Schönhagen ist begeistert, wie sich die junge Mannschaft derzeit ins Zeug legt.

Manchmal haben Spielplan-Gestalter ein besonderes Händchen: Für die FT 1844 hätte es am 17. September zum Auftakt der Zweitliga-Saison kaum einen brisanteren Auswärts-Gegner geben können als den TV Rottenburg. Dabei muss man gar nicht zuerst an die badisch-schwäbische Rivalität denken. Vielmehr ist die Volleyball-Hochburg Rottenburg nach überstandenen wirtschaftlichen Nöten zurück auf der Bundesliga-Landkarte. Aber vor allem sei daran erinnert, dass der Freiburger Coach Schönhagen und sein Bruder Jonathan – der gibt bei der Affenbande bekanntlich den Libero – in der Stadt am Neckar vom Volleyball infiziert wurden. Für die Schönhagens ist das Spiel in fünf Wochen eine Heimkehr und sie rechnen mit einer 1000-Zuschauer-Kulisse: "Das wird für uns eine große Herausforderung", sagt Jakob Schönhagen.

Viel spricht dafür, dass die FT-Volleyballer bestens präpariert zu diesem Derby reisen, dem am 24. September das erste Heimspiel der Saison gegen den VC Gotha folgt. Denn selten war Trainer Schönhagen mit einer Vorbereitungsphase zufriedener als in diesem Sommer. Physisch sei die Mannschaft in einem hervorragenden Zustand, so der FT-Coach: "Dies ist ein großer Verdienst der Athletiktrainerinnen Kristin Knisel und Lena Zahn sowie ihres Kollegen Konstantin Duve." Aber auch der technische Staff der Affenbande – Jakob Schönhagen wird von Johanna Ewald und Adnan Hadzimehmedovic unterstützt – erlebte in den vergangenen Wochen spielerische Fortschritte der Mannschaft: "Gut ist auch, dass unsere drei Neuzugänge fast die gesamte Zeit bereits dabei waren", freut sich Schönhagen.

Der Integration der Neuen kommt allerhöchste Bedeutung zu. Denn auf drei wertvolle Leistungsträger wird die Affenbande künftig nicht mehr bauen können: Außenangreifer Malachi Murch wechselte zum Erstligisten Netzhoppers Königs Wusterhausen, Zuspieler Sebastian Dinges hat sich einem Zweitligisten aus der Staffel Nord, dem TuS Mondorf, angeschlossen. Das Freiburger Volleyball-Urgestein und langjähriger Kapitän der Zweitliga-Mannschaft, Marcus Gensitz, hat seine Karriere nach der vergangenen Saison beendet. Die FT hat zuerst als Ersatz für die drei Abgänge Linus Hüger von den United Volleys Frankfurt und Fabian Hosch von den Youngstars Friedrichshafen verpflichtet. Beide Spieler sind Jahrgang 2003. Hinzu kommt noch Darius Diefenbach, den die Freiburger aus dem Frankfurter Volleyball-Internat an die Dreisam lotsten. "Darius ist 20 Jahre alt, ein zwei Meter großer Mittelblocker. Ein sehr interessanter Mann", sagt Schönhagen.

Auf der Position des Außenangreifers hingegen ist künftig neben Luc Hartmann und Paul Mauch der erst 18-jährige Linus Hüger In Verantwortung. Der 1,94 Meter große gebürtige Heidelberger hat ebenfalls das Volleyball-Internat in Frankfurt besucht und lief während der vergangenen zwei Spielzeiten für den Erstligisten aus Frankfurt auf, mit dem er 2021 Pokalsieger wurde. Bei der FT 1844 hat Linus Hüger, der in Freiburg ein Jurastudium beginnen wird, sofort einen sehr guten Eindruck hinterlassen. "Linus ist nicht nur sehr athletisch, sondern auch ein technisch starker Spieler. Und er ist äußerst wissbegierig", beschreibt ihn Schönhagen.

Große Hoffnungen setzen die 1844er auch in den 19-jährigen Fabian Hosch. Der Zuspieler, der aus Ludwigsburg stammt, spielte zuletzt für die Youngstars Friedrichshafen und kommt auch deshalb nach Freiburg, um auf dualem Wege ein Architekturstudium aufzunehmen. Trainer Schönhagen, der den Bruder des Volleyballers – Tobias Hosch ist Zuspieler beim Liga-Konkurrenten SSC Karlsruhe – gut kennt, sagt über den 1,80 Meter großen Fabian Hosch: "Er ist ein schlaues Köpfchen und für sein junges Alter schon sehr reif. Fabian hat in Friedrichshafen eine sehr gute Volleyball-Ausbildung als Volleyballer bekommen, verfügt über tolle Hände und ein überaus präzises Spiel."

Die Spieler, die es zu ersetzen gilt, hatten es allerdings in sich: Der Ex-Mainzer Dinges hat als Zuspieler in Freiburg eine sehr starke Saison gespielt, der australische Nationalspieler Murch war als Angreifer eine Augenweide, zudem stets hochmotiviert. Die größte Lücke aber reißt zweifellos der erfahrene Stratege Gensitz, ohne den man sich Volleyball an der Schwarzwaldstraße so richtig noch gar nicht vorstellen kann.

Abgeschlossen sind die Personalplanungen beim Dritten der vergangenen Saison allerdings noch nicht, denn die Affenbande ist dabei, neben Diefenbach wohl noch einen weiteren Mittelblocker zu verpflichten. Hocherfreut sind der sportliche Leiter Florian Schneider und Trainer Schönhagen auch darüber, dass zwei bewährte Spieler, die aus unterschiedlichen Gründen in den vergangenen Spielzeiten immer wieder mal etwas kürzer treten mussten, jetzt wieder voll dabei sind. Gemeint sind Universalangreifer Oliver Hein und sein Pendant auf Außen, Paul Mauch. Der sehr guten Nachrichten noch nicht genug: Die Langzeitverletzten Yannick Harms und Lorenz Rudolf stehen nach erfolgreicher Reha ebenfalls wieder in der Trainingshalle.

Nach achtwöchiger Vorbereitung hat FT-Trainer Jakob Schönhagen seinen Spielern diese Woche ein paar freie Tage gegönnt. Danach beginnt die heißeste Phase vor dem Saisonstart. An deren Ende geht es nach Rottenburg: Mit voller Power will die Affenbande dort ein Zeichen setzen.