Account/Login

Gewinner-Zisch-Schreibwettbewerb Frühjahr-I 2023

Ein Schneesturm ins Glück

  • bzt

  • Sa, 01. April 2023, 06:14 Uhr
    Schreibwettbewerb

     

Von Jule Schätzle, Klasse 4a, WAL-Schule, Bötzingen

  | Foto: Ferdinando Terelle
Foto: Ferdinando Terelle
Einer von drei Gewinner-Texten des Zisch-Schreibwettbewerbes im Frühjahr-I 2023

In einer tiefen, dunklen Höhle am Südpol wohnte ein Yeti. Er hieß Mo. Er war sehr traurig, weil er keine Freunde fand. Alle Tiere und Menschen hatten Angst vor ihm, da er sehr groß, kräftig und ein bisschen gruselig aussah. Das Einzige, was er besaß, war ein Buch, das er von seinem Papa geerbt hatte. Leider konnte Mo nicht darin lesen, da er nie in der Schule war und es ihm niemand beibrachte. Er weinte oft und träumte nachts von einem Freund, der immer bei ihm ist. Das war sein größter Wunsch.

Eines Tages stürmte es draußen heftig. Alle Pinguine suchten einen Unterschlupf. Der kleine, tollpatschige Pinguin Pit fand, wegen des heftigen Schneegestöbers, seine Gruppe nicht mehr, er irrte im Sturm weinend umher. Gott sei Dank entdeckte er einen Höhleneingang, der nur wenige Meter von ihm entfernt war. Mit letzter Kraft schleppte er sich zum Eingang. Dort legte er sich erschöpft hin und schlief sofort ein. Am nächsten Morgen wachte Pit auf und war total verwirrt, weil er zugedeckt auf einem weichen Schneebett lag. Er wunderte sich, wie er dort hingekommen war. Plötzlich stand ein zotteliges, weißes und riesiges Monster vor ihm. Er erschrak fürchterlich und wollte sofort weglaufen, doch das gruselige Etwas sagte: "Bitte lauf nicht weg, ich bin nicht so böse, wie ich aussehe". Pit stoppte kurz, starrte das Ungetüm an und rannte ihm durch die Füße. Mo dachte: "Draußen im Sturm ist der kleine Pinguin in Gefahr, ich muss ihn verfolgen". So schnell er konnte trampelte er Pit hinterher. Dieser rutschte aus und fiel auf seinen Pinguinpopo. Der Yeti konnte nicht mehr bremsen und schrie: "Pass auf!" In letzter Sekunde sprang er über Pit. Dabei krachte er gegen einen Eisklumpen, knickte mit dem Fuß um und blieb am Boden liegen. Das war Pits Chance. Er rappelte sich auf und rannte los.

Doch als er an Mo vorbei kam, sah er, wie aus den Yeti Augen dicke Tränen quollen. Das Monster flüsterte: "Bitte hilf mir und lauf nicht weg". Da konnte Pit nicht anders. Er nahm all seinen Pinguinmut zusammen und ging zu ihm zurück und fragte: "Wie kann ich dir helfen? Ich bin doch viel zu klein". Der Yeti schluchzte: "Könntest du mir vielleicht meine Heilsalbe und einen Stock bringen. Ich hoffe, dass ich dann wieder aufstehen kann ". Der Pinguin nickte und watschelte eilig zurück in die Höhle. Dort stolperte er über ein Buch, auf dem in Großbuchstaben Zauberbuch stand. Schnell packte er es und rannte zurück, gab dem Yeti das Buch und sagte: "Jetzt kannst du dich gesund zaubern". "Zaubern? Wie soll ich denn das machen?", erwiderte der Yeti. "Natürlich mit deinem Zauberbuch", sagte Pit. "Das ist ein Zauberbuch!? Das wusste ich gar nicht, weil ich nicht lesen kann", murmelte der Yeti. "Kein Problem, ich helfe dir. Komm lass uns gleich recherchieren, wie wir dich wieder gesund machen können."

Es dauerte nicht lange und der Pinguin hatte den Zauberspruch zum Heilen gefunden. Er diktierte dem Yeti, was er sagen musste und dieser wiederholte es langsam und deutlich. Ein helles Licht leuchtete auf und im nächsten Augenblick waren die Schmerzen weg. Mo konnte es kaum glauben. Er nahm seinen kleinen Pinguinfreund vorsichtig auf den Arm. Das Yetifell kitzelte Pit und er musste laut lachen. Der Pinguin kuschelte sich in das Yetifell und er versprach Mo, ihm das Lesen beizubringen, damit sie noch viele Abenteuer mit ihrem Zauberbuch erleben konnten.

Ressort: Schreibwettbewerb

Artikel verlinken

Wenn Sie auf diesen Artikel von badische-zeitung.de verlinken möchten, können Sie einfach und kostenlos folgenden HTML-Code in Ihre Internetseite einbinden:

© 2024 Badische Zeitung. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.
Bitte beachten Sie auch folgende Nutzungshinweise, die Datenschutzerklärung und das Impressum.