"Ein Schritt zu mehr Gerechtigkeit"

Susanne Ehmann

Von Susanne Ehmann

Di, 16. März 2021

Neuenburg

Die Stadt Neuenburg ist, anders als viele andere Gemeinden, zufrieden mit dem Nahverkehrsplanentwurf.

Anders als viele andere Gemeinden im Markgräflerland ist die Stadt Neuenburg zufrieden mit dem Entwurf des Nahverkehrsplans für die Jahre 2021 bis 2026, den der Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) vorgelegt hat. Unter anderem soll damit das Regionalbusangebot neu konzeptioniert und an den Schienenverkehr angepasst werden. Es sei ein Schritt zu mehr Gerechtigkeit, sagte Bürgermeister Joachim Schuster in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Folgendes soll sich dem Entwurf nach im Wesentlichen in Neuenburg verändern: Steinenstadt soll an den Bahnhof Schliengen angebunden werden, das Angebot des Schienenpersonennahverkehrs zwischen Neuenburg und Müllheim soll zum Halbstundentakt in der Hauptverkehrszeit ergänzt werden, die West-Ost-Verbindung Neuenburg-Müllheim-Badenweiler eine regelmäßige Durchbindung in der Hauptverkehrszeit erhalten.

Letzteres hob Schuster positiv hervor, ebenso wie die Anbindung Steinenstadts an den Bahnhof Schliengen. Was aus Sicht der Stadt noch nicht ausgegoren sei, werde in die Stellungnahme zum ZRF-Entwurf einfließen.

Ebenso wie Themen, die über den Nahverkehrsplan hinaus gingen. Dazu zählten die Verbindung von und nach Frankreich, wo eine Stundentaktung sinnvoll wäre, so Schuster, bereits jetzt gebe es auf der Strecke ordentliche Pendlerströme. Oder eine Erweiterung der Nachtbuslinien Freiburg/Heitersheim nach Neuenburg und die Anbindung an den Euroairport Basel-Mulhouse-Freiburg.

Mit Blick auf die Besucher der Landesgartenschau 2022 sagte Schuster, vielleicht könne man im kommenden Jahr bereits Verbindungen nutzen, die Neuenburg besser anbinden – also Buslinien vorziehen, die für später angedacht sind. "Die Landesgartenschau dürfte auch für den Landkreis eine repräsentative Veranstaltung sein."

Das Grundkonzept halte er aber für richtig und gut. Es sei ein Schritt zu mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Buskilometer. Die Stadt Neuenburg habe es selbst in die Hand genommen, das ÖPNV-Angebot zu ergänzen, wie beispielsweise die Anbindung der Ortsteile an die Stadt oder zusätzliche Verkehre für die Schüler. Mit rund 260 000 Euro jährlich finanziere sie den Stadtbus und das seit 20 Jahren. "Das haben wir gerne gemacht", sagte Schuster. Viele Gemeinden würden sich nun in Szene setzen und Wünsche äußern, hätten sich bislang selbst aber nicht finanziell eingesetzt. "Wir haben sehr viel Geld in den Nahverkehr gesteckt und fühlen uns durch dieses Konzept jetzt bestätigt."

Sie sehe das nicht so positiv, sagte hingegen Stadträtin Rosemarie Waiz (SPD). Wenn es durch die neuen Regelung dazu komme, dass Busverkehre zwischen dem Kernort und den Ortsteilen ausgedünnt werden oder gar wegfallen, gebe es dann seitens des ZRF Alternativen für ältere und/oder geheingeschränkte Menschen, fragte sie, zum Beispiel Ruf- oder Sammeltaxis?

Die Stadt Neuenburg müsse sich wie alle anderen Gemeinden die Frage stellen inwieweit das Angebot ergänzt werde, sagte Thomas Wisser vom ZRF, der per Video zugeschaltet war. So denke Bad Krozingen beispielsweise über eine Erweiterung des Bürgerbusangeboten nach, aber auch Ruf- oder Sammeltaxis wären denkbar. Das sei ein Weg, die Taktung zu verdichten, ohne gleich große Kosten zu verursachen.