Ein turbulenter Krimi mit viel Witz

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Sa, 02. November 2019

Weil am Rhein

Brezelstädter Laienbühne inszeniert mit der Komödie "Alles kei Problem" erstmals ein Mundartstück.

WEIL AM RHEIN. Ein Hausmann, der ziemliches Chaos anrichtet, ein Pfarrer, der es an Schlitzohrigkeit mit Pater Brown aufnehmen kann, und eine Haushälterin mit detektivischer Spürnase sind die Hauptfiguren in der Komödie "Alles kei Problem". Am Samstag, 2. November, feiert die Brezelstädter Laienbühne mit dem heiteren Mundartstück Premiere im Theater am Mühlenrain (Tam).

Seit einem halben Jahr ist die Kanderner Theatergruppe unter Regie von Reinhard Greßlin kräftig am Proben. Im Bekanntenkreis und auch im Internet habe man nach begeisterten Theaterspielern gesucht, erzählt Greßlin – und wurde fündig. So sind neben bewährten Darstellern drei Neuzugänge dabei: Erich Preis aus Lörrach, der die Hauptrolle des Hausmanns Hugo Dreier übernimmt, Sabine Luer aus Wollbach in der Rolle der Kirchengemeinderätin Anna Pinslig und Kevin Schurek aus Malsburg-Marzell in der Rolle des Unternehmers Rolf Kraut.

Schon theatererfahren sind Brigitte Pankratz, die die Ehefrau Susi Dreier verkörpert, Sebastian Lenz in der Paraderolle des Pfarrers Engeler, Nadja Lenz als clevere Haushälterin Berta und Björn Seider als Detektiv Hans Hammer. Für sein neu formiertes Ensemble hat Regisseur Greßlin ein unterhaltsames Stück ausgesucht, das nicht zu schwer ist: eine erfrischende Komödie mit Krimi-Elementen, bei der das Publikum viel zu lachen hat. Was Greßlin und seinen Spielern an dem Stück gefällt, sind die witzigen Dialoge und die turbulente Handlung, die im zweiten Akt so richtig aufdreht.

Die Wahl fiel auch deshalb auf dieses Stück, weil aus dem Publikum der Wunsch geäußert wurde, die Brezelstädter Laienbühne solle doch mal ein Mundartstück spielen. Bisher hat die Gruppe meist englische Boulevardkomödien auf Hochdeutsch gespielt. Im Original ist das Stück in Schwyzerdütsch, das war gut ins Alemannische zu übertragen.

Die Komödie spielt in der Wohnung von Hugo Dreier, der seinen Job verloren hat und sich um den Haushalt kümmern soll, während seine Gattin Susi sich elegant und schick ins Arbeitsleben stürzt und mit ihrem Chef, dem etwas dubiosen und windigen Kräuterhändler Kraut anbändelt. Der gute Hugo lässt den Haushalt ziemlich verlottern, überall stehen Flaschen, Dosen, Tüten und Kartons herum, es türmt sich die Wäsche.

Öfter guckt Hugos bester Freund, der Pfarrer Engeler, auf ein Gläschen Schnaps vorbei. Als er erfährt, dass sein Freund Schulden und sich an der Börse verzockt hat, will der Geistliche ihm helfen – aus der "Schwarzgeldkasse" der Kirche. Dumm nur, dass die strenge penible Kirchengemeindepräsidentin auf Spendensammlung ist und den beiden auf die Schliche zu kommen droht.

Die Freunde stellen alles Mögliche an, verkleiden sich mit bunten Hemden und Baseballkappen, verstecken sich unter dem Kleiderhaufen, um sich aus dem Schlamassel herauszuwinden. Auch die gewitzte Haushälterin Berta mischt sich ein und gebärdet sich wie eine Agentin. Noch mehr Verwicklungen drohen, als ein Privatdetektiv auf der Suche nach Bankräubern auftaucht. Prompt wird der Schnüffler geknebelt und im Schrank versteckt. Da geht es hoch her mit dem Versteckspiel: Tür auf, Tür zu, Schrank auf, Schrank zu. Bald stellt sich heraus, dass der großspurige Händler Kraut ganz schön krumme Geschäfte macht.

Bis der Übeltäter entlarvt ist und das Ehepaar Hugo und Susi dank des beherzten Einsatzes des Pfarrers sich wieder versöhnt, können sich die Besucher auf ein pfiffig gespieltes Theatervergnügen freuen. Zehn Vorstellungen im November sind geplant.

Termine: Premiere am Samstag, 2. November, 20.15 Uhr. Weitere Aufführungen am 3., 8., 9., 10., 15., 17., 22., 23. und 24. November, 20.15 Uhr, sonntags 19.15 Uhr. Karten: http://www.tickdo.de oder Tel. 07631/ 7059340