Ein Wildpferd unter Strom

Hans-Henning Kiefer

Von Hans-Henning Kiefer

Sa, 20. März 2021

Auto & Mobilität

NEUVORSTELLUNG: Ford Mustang Mach-E.

Ford Mustang – seit mehr als einem halben Jahrhundert weckt der "Pony Car" die Begeisterung aller "Petrol heads": Kraftvolle Achtzylinder unter der langen Haube und ein Wildpferd als Logo. Für die anderen: Ein Fossil aus der untergehenden Zeit der Verbrennungsmotoren. Deren Ende sieht der Hersteller selbst in absehbarer Zeit gekommen und präsentiert den Mustang Mach-E.

Er fährt vollelektrisch vor, äußerlich eher SUV denn Sportwagen, mit mehreren Leistungsstufen, Heck- oder Allradantrieb, viel Platz für fünf Menschen und Gepäck, einer nominalen Reichweite je nach Akkugröße zwischen 440 bis zu 610 Kilometer und mit einem hochentwickelten Kommunikations- und Entertainmentsystem.

Auf einer 200 Kilometer langen Testfahrt stand der allradangetriebene Mustang Mach-E (62 900 Euro) mit der stärkeren 99-kWh-Batterie zur Verfügung, die zwei Elektromotoren mit 258 kW/346 PS speist, ein Drehmoment von 580 Nm stemmt und den 4,71 Meter langen, 1,88 Meter breiten und 1,62 Meter hohen Stromer in 5,8 Sekunden sportwagenmäßig von null auf hundert beschleunigt. 18,7 kWh auf 100 Kilometer beträgt der Stromverbrauch nach WLTP – reicht also rechnerisch für eine Fahrt über 540 Kilometer ohne nachzuladen. Der Testverbrauch über die 200 Kilometer lag indes bei 25 kWh/100 km.

Weitere Versionen gibt es mit Heckantrieb und 198 kW/269 PS und 216 kW/290 PS letzteren auch als Allradler. Außerdem ist auch ein 76 kWh-Akku erhältlich. Die Preise beginnen bei 46 900 Euro.

In jedem Fall haben Fahrer die Wahl zwischen drei unterschiedlichen Fahrmodi, die über den riesigen, das Cockpit dominierenden 15,5 Zoll großen Touchscreen angesteuert werden, über den außerdem jede nur denkbare Information abgerufen oder eingestellt werden kann – von Restreichweite über Ladepunkte bis hin zum nur im Inneren hörbaren künstlichen Motorgeräusch. Besonders gefallen hat auf der Testfahrt der zusätzlich einstellbare "Ein-Pedal"-Modus, mit dessen Hilfe der Mustang Mach-E allein über das Gaspedal bis zum vollständigen Abbremsen – und damit das Laden der im Fahrzeugboden gelagerten Akkus – gesteuert werden kann. Das Interieur selber macht einen qualitativ hochwertigen Eindruck.

Die Gewichtsverteilung sorgt zusammen mit dem Allradantrieb, einer leichtgängigen und präzisen Lenkung und einem fein abgestimmtem Fahrwerk für ein entspanntes Vorwärtskommen und eine enorme Kurvenstabilität. Ab Werk liegen auch zwei Ladekabel im Unterboden des 402 Liter fassenden, bei Bedarf bis zu 1420 Liter großen Kofferraums: Ein Mode-3-Kabel und ein Heimladekabel für die haushaltsübliche Steckdose.