Ein verzwickter Fall: Der Urishof und die Baurechtsbehörde

Ein Zukunftsentwurf ohne Zukunft?

Peter Stellmach

Von Peter Stellmach

Fr, 12. Dezember 2008 um 16:07 Uhr

Titisee-Neustadt

Die Bauern sollen nicht jammern. Sondern Ideen entwickeln und neue Erwerbsstandbeine schaffen, sich unternehmerisch auf die Zukunft einstellen. Diese Forderungen werden laut, wenn die Landwirte ihre Existenzangst hinausrufen. Wie Hohn klingt das für Georg und Adelheid Ketterer. Denn genau das wollten sie tun. Doch das wird ihnen aus ihrer Sicht verwehrt. Mit der Folge, dass sie in der Klemme stecken. Wären sie nicht so mit ihrer Arbeit verwurzelt und von ihren Ideen überzeugt – vielleicht wären sie schon weggezogen aus dem Jostal.

TITISEE-NEUSTADT. Vater, Mutter, drei Kinder und die Oma leben auf dem Urishof. Dessen Ursprünge reichen zurück bis ins Jahr 1660. Er wäre dringend sanierungsbedürftig gewesen, und da gleichzeitig die Wohnung im Leibgedinghaus zu klein geworden war, schmiedeten Ketterers 2005 Pläne. Sie wollten die Landwirtschaft erhalten und das Standbein Tourismus stärken. Den Hof abreißen und neu aufbauen mit Stall, der Betriebsleiter- und zwei Ferienwohnungen; drei Ferienwohnungen befinden sich schon im Leibgedinghaus und in einem sanierten Speicher. Georg Ketterer (44) würde den Hof umtreiben und weiterhin als Lohnunternehmer imWald arbeiten, Adelheid Ketterer (38) sich um die Gäste kümmern. Ein ehrgeiziges Vorhaben und finanziell eine große Herausforderung, wie sie selber sagen.
Doch es ließ sich gut an. Der Gemeinderat gab seine Zustimmung, das war im Dezember 2005. Das umfassende Protokoll, das Adelheid Ketterer angefertigt hat, besagt, dass das Landwirtschaftsamts die Situation als nicht mehr zeitgemäß einschätzte. Jeder Euro in den maroden Hof wäre ein Fehleinsatz gewesen.
Adelheid Ketterer ist empört über den Rat vom Landwirtschaftsamt
Doch die Baurechtsbehörde lehnte ab. Und empfahl, sie sollten an das Leibgedinghaus anbauen oder ein Einfamilienhaus errichten und einen Flachstall dazustellen, auf die Ferienwohnungen jedenfalls ganz verzichten. Ketterers waren wie vor den Kopf geschlagen. Und so, wie sie bereits damals eine schlechte Stimmung gegen ihr Vorhaben gespürt haben wollen, erlebten sie auch ...

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