"Eine gute Strecke mit schönen Kurven"

Ralph Fautz

Von Ralph Fautz

Mi, 17. Juli 2019

Ebringen

Sportliche Herausforderungen am Radrenntag in Ebringen.

EBRINGEN. In seiner 53. Auflage war der Radrenntag des RSV Ebringen am Sonntag ein Erfolg, auch wenn sich das Wetter ausnahmsweise mal nicht von seiner sonnigsten Seite präsentierte. Bei eher kühlen, aber angenehmen Temperaturen galt es, je nach Alters- und Leistungsklasse bis zu 80 Runden zu absolvieren.

Hochkonzentriert nahmen die Fahrer die Linkskurve von der St.-Gallen-Straße herabkommend in die Falkensteinstraße, in der das leicht abschüssige Gefälle dann sein Ende fand. Auf dem Rundkurs kann zwar nicht mit den Geschwindigkeiten mitgehalten werden, die bei Distanzrennen gefahren werden, für den Außenstehenden sieht das, was die Fahrerinnen und Fahrer abliefern, dennoch respekteinflößend aus.

"In den Windschatten rein!", schrie ein Mann am Straßenrand, als die Altersklasse der Jugendlichen unter 17 Jahren ihre 40 Runden fuhr. Ist es doch dieses Weniger an Luftwiderstand, was durch Haushalten mit den Kräften gerade in Schlusssprints entscheidend sein kann. Radfahren auf diesem Niveau, das wurde in Ebringen schnell deutlich, grenzt für Laien fast schon an eine eigene wissenschaftliche Disziplin.

Noch ein wenig außer Atem fand Matteo Groß vom RV Concordia Reute schnell seinen Ruhepuls. Der 15-Jährige wurde Sieger in seiner Altersklasse. 2018 wurde er Deutscher Meister und 2019 bereits Landesmeister in Baden-Württemberg. "Das ist eine gute Strecke mit schönen Kurven", sagte er sichtlich zufrieden über den Ebringer Rundkurs. Er sei mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 39 Kilometern pro Stunde auf den 40 Runden – von denen eine 830 Meter Länge hat – unterwegs gewesen. Groß fährt Rennen in ganz Deutschland und im nahen Ausland. Fürs Training zieht es den Reutener aber an Kaiserstuhl, Tuniberg und in den Schwarzwald. Kämen auf einer normalen Trainingsstrecke zwischen 60 und 80 Kilometer zusammen, würden im Trainingslager auch mal bis zu 150 Kilometer an einem Tag zurückgelegt. Im Jahr, sagte er, fahre er zwischen 12 000 und 13 000 Kilometer auf dem Rennrad, "Trainingskollegen und Erfolge treiben mich an." Ob sie ihn mal zu größeren Rennen wie Giro d’Italia oder der Tour de France treiben, könne zumindest nicht ausgeschlossen werden.

Der Ebringer Rundkurs mit seinen Linkskurven zollte seinen Tribut, so klickten die Schaltungen der Rennräder zunächst in Massen, als das Startsignal ertönte und der leichte Anstieg der Gewerbestraße zu meistern war. Anfangs war das Fahrerfeld noch geschlossen, aber schon nach wenigen Runden zog es sich auseinander.

Obgleich der Ebringer Radrenntag nicht mehr an die Besucherzahlen aus vergangenen Jahrzehnten herankommt, so war es ein Rennen in vertrauter und fast schon familiärer Atmosphäre. Diese wollte sich Herbert Jacob, Präsident des Badischen Radsportverbands, nicht entgehen lassen. Besonders hätten ihn die Nachwuchsrennen gefreut, sagte er. Es sei allerdings die Frage, wie viele der Fahrer später im lizenzierten Bereich starteten. Hier zeichne sich seit rund drei Jahren nach langer Durststrecke wieder ein positiver Trend hin zu mehr Fahrern ab.

Am Radrenntag war für jede Altersklasse was dabei. Sogar die ganz kleinen Sportler konnten sich auf den Laufrädern messen. Je nach Altersklasse variierten die Rundenstrecken, erreichten aber am Nachmittag mit der stattlichen Zahl von 80 ihren Höhepunkt in der Elite- und Amateureliteklasse. Gerade hier galt es, mit den Kräften gut zu haushalten, um einen der Preise, die von regionalen Firmen und Sponsoren gestiftet worden waren, zu ergattern.