Eine Schulstunde zum Thema Impfungen

Juliana Eiland-Jung

Von Juliana Eiland-Jung

Fr, 17. September 2021

Offenburg

Schwache Resonanz, aber wertvolle Experteninfos: Flüchtlingshilfe Rebland organisierte Infoabend für Flüchtlinge und Betreuer.

. Mit nur neun Besuchern war die Resonanz auf das Informationsangebot für Flüchtlinge und ihre Betreuer über die Covid19-Impfung für die Organisatoren enttäuschend. Dennoch: Der Referent Josef Hansert konnte in anderthalb Stunden viele Fragen beantworten und Unklarheiten ausräumen.

Wenn die Teilnehmer diese Informationen in ihren Bekanntenkreis weitertragen, hat sich der Aufwand für Heribert Schramm von der Flüchtlingshilfe Rebland auf jeden Fall gelohnt. In der Mensa am Stadtteil- und Familienzentrum am Mühlbach referierte Hansert, der in seiner aktiven Zeit als Anästhesist am Ortenauklinikum gearbeitet hat und am Impfzentrum in Offenburg mitarbeitet, zunächst grundsätzlich über Impfungen. Es wurde eine regelrechte Schulstunde, die den Bogen schlug von der Ausrottung der Pocken durch Impfungen bis hin zu der unterschiedlichen Wirkweise von mRNA und Vektor-Impfstoffen. Bei der anschließenden Fragerunde zögerten die Zuhörer – unter ihnen Flüchtlinge aus Afghanistan und Nigeria – zunächst.

Erst als Heribert Schramm fragte: "Was macht Ihnen Sorgen", trauten sich einige, ihre Bedenken gegenüber der Covid19-Impfung zu äußern. Dabei kamen genau dieselben Fragen wie in jeder anderen Veranstaltung zur Impfung auch: Wie kann es sein, dass Impfstoffe so schnell entwickelt werden? Sind sie sicher? Was ist mit den Auswirkungen auf schwangere Frauen? Droht gar Unfruchtbarkeit? Hansert beantwortete alle Fragen geduldig mit Beispielen, verwies auf neue Empfehlungen der Ständigen Impfkommission zur Impfung von schwangeren und stillenden Frauen und für Jugendliche. Er erklärte Nebenwirkungen der Impfungen und der Erkrankung mit Covid19, bei der es als Langzeitfolge unter anderem dazu kommen könne, dass die Zeugungsfähigkeit von Männern leidet.

Bei der Frage, welcher Impfstoff für die jeweilige Einzelperson der richtige ist, verwies Hansert auf die individuelle Beratung durch den impfenden Arzt. Gleich mehrfach wurde gefragt, ob die Einmal-Impfung durch Johnson & Johnson genauso wirksam und sicher sei wie die anderen Impfungen.

Ein Teilnehmer hatte erwartet, dass beim Informationstermin auch geimpft wird. Hätte diese Möglichkeit bestanden, hätten sich womöglich alle Teilnehmer dafür entschieden.