Eine Stiftung für die Archäologie

Gerhard Walser

Von Gerhard Walser

Mi, 26. Juni 2019

Teningen

BZ-INTERVIEW mit Stefan Rheidt, der den Jazzchor Vocalise leitet, zum Benefizkonzert im Juli.

TENINGEN. "Zwischen den Welten: Oper trifft Jazz" ist ein Benefizkonzert überschrieben, das am Sonntag, 7. Juli, in der Bergkirche Nimburg stattfindet. Anlass ist die Gründung eines Stiftungsfonds der vor einem Jahr verstorbenen Bauforscherin Ulrike Wulf-Rheidt. Gerhard Walser hat mit deren Schwager Stefan Rheidt gesprochen, der in Nimburg lebt und mehrere Musikensembles in der Region leitet – auch den Jazzchor Vocalise, der beim Konzert auf die Sopranistin Claudia Kienzler trifft.

BZ: Was hat Sie dazu bewogen, das Konzert zu organisieren?

Rheidt: Anlass für das Konzert ist die Gründung des Stiftungsfonds der vor einem Jahr verstorbenen Bauforscherin Ulrike Wulf-Rheidt, meiner Schwägerin. Im Juni 2018 verstarb sie im Alter von 54 Jahren völlig unerwartet bei einem Besuch der Akropolis in Athen. Die Freiburgerin, die das Gymnasium in Staufen besuchte, hatte sich nach ihrem Architekturstudium an der Universität Karlsruhe ganz der archäologischen Bauforschung gewidmet und engagierte sich weltweit für die Erforschung und den Erhalt historischer Bauten. Als Leiterin des Architekturreferats des Deutschen Archäologischen Instituts, Professorin an der FU Berlin, langjähriges Mitglied im Vorstand der Koldewey-Gesellschaft und Mentorin zahlreicher Bauforschungs- und Kulturerhaltprojekte im In- und Ausland trug sie wesentlich zur Profilierung des Fachs bei. Ihr Hauptanliegen galt dabei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, dem sie jedwede Unterstützung bei der Konzeption und Durchführung seiner Forschungs- und Promotionsprojekte zukommen ließ.

BZ: Was ist Zweck der Stiftung, die nun gegründet werden soll?

Rheidt: Durch die Einrichtung des Ulrike Wulf-Rheidt Stiftungsfonds wollen die Initiatoren, die Eltern und der Ehemann der Verstorbenen, die Erinnerung an ihr selbstloses und engagiertes Wirken weitertragen und den wissenschaftlichen Nachwuchs in ihrem Geiste fördern, damit er für das Fach der Archäologischen Bauforschung und den Erhalt bedeutender Kulturgüter tätig werde. Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch die Gewährung von Promotionsabschlussstipendien, Forschungs- und Promotionsstipendien, Reisekostenbeihilfen, Druckkostenzuschüssen und die Förderung sonstiger Maßnahmen, die das Ziel haben, Bauforschungsprojekte erfolgreich abzuschließen.

BZ: Was erwartet die Besucher des Konzerts in der Bergkirche?

Rheidt: Zu hören ist bei diesem Konzert eine Mischung verschiedener Genres: Claudia Kienzler singt Arien von unter anderem Dvoràk, Mozart, Puccini und Carl Maria von Weber. Seit 2007 singt sie im Opernchor am Nationaltheater Mannheim und ist auch als Solistin weltweit unterwegs. Der Jazzchor Vocalise interpretiert unter anderem Jobim, Piazzolla, Rachmaninow und Tschaikowski. Jazz und Anderes, nur für Frauenstimmen, das ist die Spezialität der Sängerinnen von Vocalise. Die meisten Arrangements wurden und werden speziell für den Jazzchor geschrieben. Vocalise tritt regelmäßig auf, entweder A-Cappella oder mit Begleitung. Außerdem wird es an diesem Abend noch spannende Begegnungen "zwischen den Welten" geben. Die Spenden kommen dem Stiftungsfonds zugute.

Stefan Rheidt ist 59 Jahre alt und hat einen Diplom-Abschluss der Swiss Jazz School in Bern und am Complete Vocal Institute in Kopenhagen. Er arbeitet als Chorleiter, Gesangspädagoge und Arrangeur. Außer dem Jazzchor Vocalise leitet Rheidt die Emmendinger Ensembles Pop-Vox (Chor) und die Black Forest Tigers (Big-Band).

Konzert: Sonntag, 7. Juli, 17 Uhr, Bergkirche Nimburg. Eintritt frei, um Spenden für den Stiftungsfonds wird gebeten.