Eine WM als Farbklecks

Wolfgang Künstle

Von Wolfgang Künstle

Do, 14. Januar 2021

Oberliga BaWü

Das Hygienekonzept überzeugt Handballtrainer Michael Schilling.

(wk). Bei der Teilnahme der deutschen Handballer an der Weltmeisterschaft in Ägypten trotz der weltweiten Pandemie ist Michael Schilling, Trainer der SG Köndringen-Teningen, zwiegespalten: "Da ist die eine Hälfte in mir, die sagt, das geht gar nicht. Die andere Hälfte sagt, es muss trotzdem sein", erklärt Schilling. Alles lahmzulegen fände er nicht richtig. "Man muss Dinge am Leben erhalten, die über der Pandemie stehen. Das sind Farbkleckse, die es weiterhin geben muss." Deshalb hat er sich entschieden, zehn Euro bei einem privaten TV-Anbieter zu investieren, um nicht nur deutsche Farbkleckse zu sehen.

Nachdem das Publikum von den Spielen ausgeschlossen wurde, hält Schilling, der enge Kontakte zum Betreuerstab der Nationalmannschaft pflegt, das Infektionsrisiko für überschaubar. Das Hygienekonzept sei gut ausgearbeitet, die Spieler abgeschottet. "Sicher ist die Gefahr etwas größer als in der Bundesliga, wenn hier 32 Länder zusammentreffen", schränkt der Lehrer aus Altenheim ein.

Schilling, dessen Teninger in der Oberliga seit nunmehr zwei Monaten in der Corona-Pause sind, bringt Verständnis auf für jene Nationalspieler, die sich gegen die WM entschieden haben: "In so einer Situation hat jeder Mensch das Recht, selbst zu entscheiden und alle anderen haben das zu respektieren." Die Kritik von Nationaltorhüter Andreas Wolff an den Absagen teilt er deshalb nicht.