Einfach ein enorm gutes Bauchgefühl

Bianca Flier

Von Bianca Flier

Mi, 11. September 2019

Müllheim

Michael Oertel und Band rocken vor begeistertem Publikum im Lindenhof-Keller zugunsten des Bürgersozialfonds Müllheim.

MÜLLHEIM. Heftig gerockt wurde beim Benefizkonzert von Michael Oertel und Band zugunsten des Bürgersozialfonds Müllheim im Gewölbekeller des Lindenhofes. Zahlreiche Freunde von Rock- und Popmusik waren gekommen, um die Freiburger Band zu hören. Das Publikum war begeistert, und die Musiker wurden regelrichtig gefeiert.

Der Bürgersozialfond Müllheim, der das Konzert veranstaltete, handelt nach dem Motto: "Damals wie heute: Von Bürgern für Bürger." Zirka 20 000 Euro benötigt der Verein, um unverschuldet in Not geratenen Menschen zu helfen. Das ist nur durch Spenden möglich, und jeder Betrag kommt ohne Verwaltungskosten unmittelbar den Hilfesuchenden zugute.

So frenetisch, wie das Publikum Michael Oertel und Band nach jeder Darbietung applaudierte, dürfte neben dem Eintritt auch das Geld, das zum Schluss der Veranstaltung in den aufgestellten Spendenkorb gelegt werden konnte, reichlich geflossen sein.

In erster Linie waren es Titel von der neuesten CD der Band mit dem Titel "A little faith", die das sechsköpfige Ensemble präsentierte: Vom ersten bis zum letzten Stück solide, fetzige und gut gemachte Rockmusik, und zwar hauptsächlich eigene Kompositionen, die auch mal Folkelemente enthalten. Neben Songs, bei denen so richtig die Post abging, konnten die Hörer während der zwei Sets auch ruhige, melancholisch und emotional gestaltete Balladen genießen. Leadsänger und Gitarrist Michael Oertel stand dabei im Mittelpunkt. Seine warme, klangvolle Stimme wurde begleitet von schönen Gitarrenriffs, perfekten Schlagzeugeinsätzen, den weichen Tönen des E-Pianos und dem akustischen Schlagwerk.

Bei aller Anlehnung an die Rock- und Popmusik der 1970er- und 1980er-Jahre verstand die Band es großartig, ihren eigenen, seelenvollen Stil zu präsentieren, den sie im Laufe des gemeinsamen Musizierens entwickelt hat. Die dargebotenen Songs waren mit "Physik" geladen, was nicht nur an den Verstärkern lag, die in dem relativ kleinen Gewölbekeller eine manchmal fast schon grenzwertige Lautstärke erreichten. Die Musik erzeugte einfach ein enorm gutes Bauchgefühl. Und nie hatte man den Eindruck, die Stücke seien überdimensioniert. Im Gegenteil, das Konzept der Band besteht eher darin, die Kompositionen minimalistisch zu halten. Allerdings bei maximalem Effekt und Unterhaltungswert.

Dass das beim Publikum bestens ankommt, bewies die gute Stimmung, welche Michael Oertel und sein Rockensemble vom ersten Moment an erzeugten. Die Leute ließen sich völlig in den Bann der mitreißenden Rhythmen und der Vokalmagie des Sängers ziehen, und einige benutzten die kleine Fläche beim Treppenaufgang sogar zum selbstvergessenen Tanzen.

Ob Lovesong, Hommage an die Mama, Balladen wie "Think of you" oder "Leonie" oder Titel mit geradlinigem "Stampfrhythmus" – immer trafen die Musiker den richtigen Ton und spielten sich ins Herz ihrer Hörer. Und als Oertel die Leute bei "Can’t you see", einem Stück der Marshall Tucker Band, gar zum Mitsingen aufforderte, gab es gar kein Halten mehr. Spätestens bei "Dance in the Moonlight" hatte praktisch jeder Lust zum Tanzen bekommen. Es herrschte eine Bombenstimmung. Und selbstverständlich blieb es nicht bei einer Zugabe.

Wer das Konzert verpasst hat und trotzdem den Bürgersozialfond unterstützen möchte, kann sich unter http://www.bsf-muellheim.de informieren.