"Einige wird es hart treffen"

dpa

Von dpa

Di, 07. April 2020

Basketball

Profis im Handball und im Basketball plagen Zukunftsängste.

OLDENBURG (dpa). Die Corona-Pandemie hat nicht nur die Basketball- und Handball-Vereine mit voller Wucht getroffen. Auch für die Profis der beiden Sportarten wird das Virus große Auswirkungen haben. Denn anders als im Fußball oder im US-Basketball verdienen auch die Top-Spieler keine Millionen-Summen. "Jeder, der bis drei zählen kann, weiß, was eine Wirtschaftskrise ganz besonders auch für uns Sportler bedeutet. Die Gehälter werden mit Sicherheit runtergehen", sagte Ex-Basketball-Nationalspieler Philipp Schwethelm von den EWE Baskets Oldenburg. Ähnlich geht es den Handballern. Nationalspieler Martin Strobel vom Bundesligisten Balingen-Weilstetten befürchtet Einschnitte. "Ich denke schon, dass es vielleicht eine Anpassung der Gehälter geben könnte", sagte der 33-Jährige.

Leben kann ein Handballer oder Basketballer von seinem Jahresgehalt, was meist einem Monatslohn eines durchschnittlichen Fußball-Profis gleichkommt, durchaus ordentlich. Allerdings müsse er sein Geld für die Zeit nach seiner aktiven Zeit klug anlegen, wie der Oldenburger Schwethelm erklärt. Durch Corona wird es nun zu Einschnitten kommen. "Wenn Unternehmen kürzer treten müssen, werden zuerst im Sport die Kosten gestrichen", sagte der 30-Jährige, der seit fünf Jahren für den deutschen Meister von 2009 aktiv ist.

Voll dahinter steht Schwethelm beim Thema Gehaltsverzicht. Seit dem 1. April bezieht der Distanzschütze Kurzarbeit. Der Club hat sich für diesen Weg entschieden. Nicht nur die Profis und das Trainerteam, auch sämtliche Mitarbeiter sind mit im Boot. Schwethelm stellte allerdings klar: "Einige Spieler wird das hart treffen."

Die auf Zuschauer und Sponsoren angewiesenen Basketball- und Handball-Vereine können kaum noch durchatmen. Bis zum 31. April ruht die Basketball-Liga, der Handball hat sich eine Deadline bis zum 16. Mai gesetzt. Ob und wie es weitergeht? Ungewiss. "Alle haben eine gehörige Portion Angst davor, dass die momentane Situation länger anhält, als wir es verkraften können", schildert Göttingens Geschäftsführer Frank Meinertshagen die Situation. Großzügige Spendenaktionen wie im Fußball sind daher kein Thema. "Es ist bei uns so, dass wir mit Sicherheit gerne auch was dazu beitragen, Spenden zu generieren. Allerdings geht es für uns nicht um solche Summen. Hier zählt mehr der Wille, sich für gewisse Dinge einzusetzen", erklärte Strobel.