Einsicht in die Endlichkeit der eigenen Existenz

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 12. November 2021

Literatur & Vorträge

Die Freiburger Lyrikerin und Schriftstellerin Marie T. Martin ist nach langer, schwerer Krankheit gestorben.

Im Alter von nur 39 Jahren ist die Lyrikerin und Schriftstellerin Marie T. Martin Anfang November nach langer, schwerer Krankheit in ihrer Heimatstadt Freiburg gestorben. Das teilte der Leipziger Verlag Poetenladen am Donnerstag mit.

Verleger Andreas Heidtmann bezeichnete Martin als "wunderbare, mutige und kluge Autorin, die immer und bis zuletzt ans Leben und Schreiben glaubte". Marie T. Martin war ausgebildete Theaterpädagogin und Absolventin des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. "Luftpost" war der Titel ihres erzählerischen Debüts 2011, "Wisperzimmer" 2012 ihr erster Gedichtband. Im Jahr 2015 erschien der Prosa-Band "Woher nehmen Sie die Frechheit, meine Handtasche zu öffnen?". In Martins 2020 erschienenen Gedichtband "Rückruf", so Heidtmann, "deutet sich bereits der Abschied an, die Einsicht in die Endlichkeit der eigenen Existenz". Das Motiv der Vergänglichkeit durchziehe den Band, "der bei alledem nie düster wirkt". BZ-Kritikerin Annette Hoffmann konstatierte, das "Jetzt, genauer das Hier und Jetzt" sei in "Rückruf" ein wesentlicher Antrieb gewesen.

Die 1982 in Freiburg geborene Schriftstellerin war vielfach ausgezeichnet worden, so erhielt sie 2007 den Förderpreis des MDR-Literaturwettbewerbs, war 2010 Stipendiatin in Istanbul und 2012 in Edenkoben. Im Jahr 2015 war sie Hausacher Stadtschreiberin, 2018 erhielt Martin den Mörike-Förderpreis. In der Freiburger Reihe "Andruck" hatte sie Mitte Februar noch aus ihrem neuen Gedichtband lesen sollen; sie wurde bei dem gestreamten Abend von ihrem Kollegen José F.A. Oliver vertreten. Verleger Heidtmann befindet, Marie T. Martin "hinterlässt ein schmales, intensives Werk, eine eindringliche Rede an uns alle".