Niederlage mit Chancen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 08. März 2019

Eishockey

EHC Herrischried muss am Sonntag im Finale drei Tore wettmachen.

EISHOCKEY (BZ). Die Vorzeichen sprechen klar für den SC Ursellen, doch zumindest hat sich der EHC Herrischried vor dem Rückspiel intakte Chancen erhalten. Die Hotzenwälder verloren das Final-Hinspiel um die Meisterschaft in der dritten Schweizer Regio League am Mittwochabend in Worb mit 2:5 (0:2, 2:2, 0:1) – am Sonntag kommt es in Herrischried zum Rückspiel.

Es klingt fast trotzig: "Noch ist nichts entschieden", schrieben die Herrischrieder auf ihrer Homepage nach dem ersten Finale. Man habe es zwar verpasst, "sich einen Vorteil fürs Rückspiel zu erarbeiten", und tatsächlich sind die Chancen auf den ersten Titelgewinn auf unter 50 Prozent gesunken. Zumal die Berner Bilanz zeigt, dass sie seit Jahren schwer zu schlagen sind: In 66 Liga- und Pokalspielen hat der Vorjahreshalbfinalist nur acht Niederlagen kassiert. Allerdings spielen die Herrischrieder eine konstant starke Saison, und ein Sieg mit vier Toren Vorsprung ist im Eishockey keine Seltenheit. Gelingt das nicht, wäre der Titel auch noch über das Penalty-Schießen möglich.

Graue Theorie. Auf eine Verlängerung oder die Penaltys werden sich die Herrischrieder nicht einlassen wollen. Das wäre Harakiri. Nach dem 2:5 im Hinspiel ist die Marschrichtung ohnehin klar – die White Stags müssen erhöhtes Risiko gehen, um die Urseller, die dem EHC bereits im Pokalfinale mit 5:2 einen Titel weggeschnappt haben, in Verlegenheit zu bringen und das Ergebnis noch zu drehen.

Ein gelungener Start, wie er den Schweizern am Mittwoch gelang, wäre schon mal eine gute Voraussetzung. 2:0 führte der SCU nach 14 Minuten, Adrian Witschi und Sandro Stadelmann trafen, und erneut ein Doppelschlag (33., 37.) brachte den Gastgeber im zweiten Drittel auf 4:1 in Front. Dazwischen hatte Timo Preuß (25.), der trotz Prellung auf dem Eis stand, verkürzt. Als Kadri Presheva, auf Vorlage von Enver Presheva, in der 40. Spielminute auf 2:4 verkürzte, schien ein knappes Ergebnis möglich. Und immerhin gab es im letzten Abschnitt nicht mehr viel Zählbares. Erneut Adrian Witschi traf aber noch und stellte auf 5:2 für die leicht favorisierten Schweizer.

Witschi steht exemplarisch für die Qualität im Urseller Kader. Der frühere Drittligaspieler hatte bereits in der Hauptrunde mit 36 Scorerpunkten in 13 Spielen geglänzt und war damit zweitbester Scorer in den vier Ligen der Zentralschweiz.

Im letzten Saisonspiel (Sonntag, 18.30 Uhr) setzen die Herrischrieder nun auch auf die Zuschauer in der heimischen Eissporthalle. Die Urseller konnten in sieben Spielen der Hauptrunde 178 Zuschauer begrüßen. Beim Halbfinalerückspiel der Herrischrieder gegen Argovia waren 720 Fans in der Halle. Ein ähnlicher Zuspruch am Sonntag ist zu erwarten. Können die Zuschauer den EHC zum ersten Titel in der Vereinsgeschichte pushen?

SC Ursellen – EHC Herrischried 5:2

Tore: 1:0 Witschi (11.), 2:0 Sandro Stadelmann (14.), 2:1 Preuß (26.), 3:1 Sandro Stadelmann (33.), 4:1 Mario Stadelmann (37.), 4:2 Kadri Presheva (40.), 5:2 Witschi (50.). Zuschauer: 112.