Basketball

Eisvögel-Co-Kapitänin Sara Kranzhöfer: "Wir verlieren unser Ziel nicht aus den Augen"

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Fr, 20. November 2020 um 18:00 Uhr

USC Eisvögel

Sara Kranzhöfer, Co-Kapitänin der Basketballerinnen des USC Freiburg, spricht im Interview über Training ohne Wettkampf, eine vierwöchige Spielpause und die Partie am Sonntag gegen Halle.

Weil es bei gegnerischen Teams Corona-Fälle gegeben hat und zuletzt die Bundesliga wegen eines Länderspiel-Wochenendes pausierte, liegt das letzte Spiel der Basketballerinnen des USC Freiburg vier Wochen zurück. Mit der Co-Kapitänin Sara Kranzhöfer sprach Georg Gulde – vor dem Heimspiel der Eisvögel am Sonntag (16 Uhr/ Sepp-Glaser-Halle) gegen den SV Halle, bei dem wegen der Corona-Bestimmungen keine Fans zugelassen sind, das Interessierte aber über den DBBL-Livestream verfolgen können.

BZ: Macht Ihnen Basketball noch Freude?
Kranzhöfer: Definitiv, Basketball ist meine Leidenschaft! Ich bin sehr glücklich und dankbar, nach wie vor und in dieser Situation diesen Sport ausüben zu können und freue mich über jede Zeit, die ich in der Halle stehen und Basketball spielen kann und darf.

BZ: Seit Mitte September sind die Eisvögel wieder im Training. Das Team hat in dieser Zeit erst zwei Pflichtspiele absolviert, eins im Pokal und eins in der Meisterschaft – und die beiden Partien verloren. Deprimierend wie ein nebliger Novembertag in Freiburg, oder nicht?
Kranzhöfer: Natürlich wären wir gerne – sowohl was die Anzahl der Spiele als auch den Ausgang der Spiele betrifft – anders in die Saison gestartet. Aber das sind keine Gründe dafür, den Kopf in den Sand zu stecken und sich entmutigen zu lassen. Im Gegenteil: Wir versuchen aus den Fehlern der ersten zwei Spiele zu lernen, arbeiten weiter hart an uns und werden in jedem einzelnen der kommenden Spiele alles dafür geben, zu gewinnen.

BZ: Verlieren Sie und das Team Ihr Ziele nicht aus den Augen, wenn man fast ausschließlich übt?
Kranzhöfer: Es ist in der Tat eine herausfordernde Situation, zu trainieren, ohne am Wochenende zu spielen. Aber den Fokus und unser Ziel verlieren wir definitiv nicht aus den Augen. Man muss die Trainingseinheiten nutzen – und ich denke, es bietet auch die Möglichkeit, im Training an Sachen zu arbeiten, für die bei einem normalen Spielplan nicht unbedingt die Zeit wäre.

BZ: Was nervt Sie derzeit am meisten – beim Basketball und im Studentenleben?
Kranzhöfer: Natürlich vermisse ich es sehr, vor voller Halle spielen zu können, in der Uni mit meinen Kommilitonen zu sitzen und gewisse Kontakte zu haben. Aber nerven tut mich das nicht, weil ich weiß, dass die Einschränkungen andere Menschen sehr viel stärker betreffen. Vielmehr bin ich einfach sehr dankbar und weiß es zu schätzen, dass ich trotz der momentanen Situation, den Sport und mein Studium weiterverfolgen kann.

BZ: Innerhalb der Liga gibt es unter den Spielerinnen unterschiedliche Meinungen zur Pandemie. Gehören Sie zu jenen Basketballerinnen, die sich für verpflichtende Corona-Tests der Teams ausgesprochen haben, um bei Spielen wenigstens ein etwas sichereres Gefühl zu haben?
Kranzhöfer: Ich persönlich bin der Meinung, ein Ligabetrieb wäre ohne regelmäßige Tests in der jetzigen Situation undenkbar. Daher finde ich es sehr gut, dass die Tests Bestandteil des bestehenden Sicherheitskonzeptes sind. Es geht vor allem darum, die Spielerinnen und alle Beteiligten zu schützen, aber eben auch ein richtiges Signal nach außen zu senden.

BZ: Während der vierwöchigen Spielpause hat die spanische Aufbauspielerin Paloma Vazquez aus sehr persönlichen Gründen die Eisvögel schon wieder verlassen. War das ein Schock fürs Team?
Kranzhöfer: Das war auf jeden Fall ein Schock, da Paloma sowohl menschlich als auch spielerisch eine sehr wichtige Rolle bei uns eingenommen hatte. Wir vermissen sie sehr, dennoch habe ich das Vertrauen in unser Team, dass wir das kompensieren können.

BZ: Und was erwarten Sie vom ersten Pflichtspiel ganz ohne Zuschauer?
Kranzhöfer: Ich erwarte ein hart umkämpftes Spiel gegen Halle. Auch, wenn es sehr ungewohnt wird, ganz ohne Zuschauer zu spielen. Wir werden alles dafür geben, den ersten Sieg zu holen.

Sara Kranzhöfer (24) kommt aus Heidelberg und spielt seit 2018 für die Eisvögel. Seit dieser Saison ist die Psychologiestudentin, die bereits einen Bachelor-Studiengang (Sonderpädagogik auf Lehramt) abgeschlossen hat, zusammen mit Lea Ouedraogo Kapitänin der Mannschaft.