75 Jahre Kriegsende

Das doppelte Ende des KZ Natzweiler

Klaus Riexinger

Von Klaus Riexinger

Di, 21. April 2020 um 16:53 Uhr

Elsass

BZ-Plus Ende November 1944 betraten US-Soldaten das verlassene Lager in den Vogesen, doch das Ermorden ging in den Außenlagern weiter. Natzweiler war das erste KZ, das die Alliierten erreichten.

Nach der Befreiung von Paris am 25. August 1944 näherte sich die Front in Frankreich rasch dem Elsass. Somit geriet das Konzentrationslager Natzweiler bereits Ende August in die Reichweite der US-Armee. Die SS hatte das KZ in den Vogesen im Frühjahr 1941 in einer beliebten Ausflugsgegend in der Nähe des Weilers Natzwiller und dem Hotel Struthof errichtet. Es war das einzige KZ auf französischem Boden und sollte ursprünglich dem Abbau des in dieser Gegend vorkommenden rötlichen Granitsteins dienen, den die Nationalsozialisten für ihre Prachtbauten nutzen wollten.

Doch der Granit spielte in dem auf einem unwirtlichen Hang auf über 700 Meter Höhe errichteten KZ dann kaum noch eine Rolle. Das Lager bekam andere Funktionen: Hierher verschleppte die SS Gefangene des sogenannten "Nacht- und Nebelerlasses" – zumeist französische Widerstandskämpfer –, es wurde zur Hinrichtungsstätte, und die Reichsuniversität Straßburg nutzte das KZ für medizinische Menschenversuche.

Alliierten flogen über die Vogesen
Im Spätsommer 1944 überflogen immer häufiger Flugzeuge der Alliierten die Vogesen. Das ließ unter den Häftlingen aus zahlreichen Ländern Europas Hoffnung keimen. Schließlich machte das Gerücht über einen bevorstehenden Angriff der Résistance die Runde, worauf die KZ-Kommandantur die Wachmannschaft in Alarmbereitschaft versetzte: Sie ließ die Nachtwachen ...

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