Gegen Aerosole

Emmendinger Goethe-Gymnasium testet Raumluftreiniger

Gerhard Walser

Von Gerhard Walser

Di, 24. November 2020 um 08:35 Uhr

Emmendingen

Weil Lüften im Klassenzimmer allein nicht hilft: Die Stadt Emmendingen reagiert auf die Kritik einer Elterninitiative und will vorerst einen bestimmten Luftreiniger ausprobieren.

Die Stadtverwaltung will am Goethe-Gymnasium einen Raumluftreiniger zu Testzwecken einsetzen. Das kündigte Oberbürgermeister Stefan Schlatterer im Ausschuss für Kultur und Soziales an. Damit folgt sie der Anregung einer Elterninitiative am Gymnasium, die sich für den Einsatz von Belüftungsgeräten an den Emmendinger Schulen stark macht, um während der kalten Jahreszeit das verbindliche regelmäßige Lüften der Klassenzimmer reduzieren zu können.

Catherin Hexel von der Initiative hatte das Thema in der Fragestunde zu Beginn der Sitzung noch einmal angesprochen und sich nach dem Stand der Dinge erkundigt. Nur Lüften alleine senke die Virenbelastung in den Schulräumen nicht, dazu benötige es eine Kombination von geeigneten Luftreinigern und Lüften, so die Elternvertreterin.

Lüften trotzdem alle 20 Minuten

OB Stefan Schlatterer bestätigte, dass das Thema derzeit landesweit diskutiert werde. Es sei mit den Geräten zumindest möglich, die Lüftungsintervalle zu verkürzen. Laut Umweltbundesamt bedeute dies aber keinen Verzicht auf das regelmäßige Öffnen der Fenster zum Austausch der mit Aerosolen belasteten Raumluft. Außerdem gebe es durch das Kultusministerium die verbindliche Anweisung, dass alle 20 Minuten gelüftet werden müsse. "Über das können wir uns nicht hinwegsetzen", so Schlatterer. Dennoch werde man ein Gerät vom empfohlenen Typ Trotec Tac V+ anschaffen und zu Testzwecken einsetzen. Er habe aber keine große Hoffnung, dass dadurch die Fenster geschlossen bleiben können.