Endspurt auf dem Weg zur Landesgartenschau-Bewerbung

Barbara Puppe

Von Barbara Puppe

Sa, 19. Oktober 2019

Offenburg

Bis 19. Dezember muss der Offenburger Antrag in Stuttgart abgegeben werden, dann folgen vor der Ministerratsentscheidung Bereisungen der sechs Bewerberstädte.

OFFENBURG. Der Countdown läuft: Bis zum 19. Dezember muss die Bewerbung Offenburgs für eine Landesgartenschau 2032, 2034 oder 2036 in Stuttgart abgegeben werden. Mit einer vierten Bürgerinformation hat die Stadt in dieser Woche über den aktuellen Stand zur Bewerbung informiert.

Von Anfang an wurden die Bürger mit Bürgerinfos, Bürgerwerkstatt, Jugendworkshop, Postkartenaktion und zahlreichen Gesprächen am Rande an den Planungen für eine Landesgartenschau beteiligt. Die jüngste Veranstaltung in der Hochschule Offenburg bildete den vorläufigen Abschluss für diese Planungsphase, die Rückspiegelung der gesammelten Ideen, wobei die Aufwertung und der dauerhafte Mehrwert für die Stadt durch die Gartenschau mehrfach hervorgehoben wurden.

An Stellwänden und drei Informationstischen konnten sich die Bürger noch einmal zu den zusammengetragenen Anregungen und Einwendungen kundig machen und sich zum geplanten 20 Hektar großen Gartenschaugelände informieren: Im Mittelpunkt steht die Kinzig, die renaturiert und als "blaues Band" erlebt werden soll, die Räderbachinsel soll integriert, der Stadtteil Stegermatt, das Pfadfinderheim, die Sportheime und besonders die Hochschule sollen einbezogen werden. Hochschulrektor Winfried Lieber, der als Hausherr die Gäste begrüßte, sprach von der Chance, die Hochschule als Teil des Geländes mit der Stadt zu verbinden. Man freue sich, sich mit Angeboten wie Mobilität, dem "grünen Campus" und neuer Forschung unter anderem zum Thema Robotik einbringen zu können. Mit dem "wunderbaren Instrument der Gartenschau" werde man nicht nur für die nächsten Jahre in eine Planungsphase einsteigen können, sondern den Horizont für die Stadtentwicklung auf die nächsten zehn bis 15 Jahre weiten, sagte OB Marco Steffens. "Wir hätten es auch verdient", so Steffens weiter, denn eine Offenburger Landesgartenschau sei nicht außerhalb der Stadt sondern mitten darin, damit würden Begegnungsstätten für viele Menschen geschaffen, wovon die gesamte Stadt, besonders auch der Stadtteil Stegermatt profitiere. Im Bereich des jetzigen OFV- Stadions soll der Kinzigpark entstehen, die Diskussionen darum seien manchmal "zu kurz gedacht", bemängelte der OB.

OB Steffens: "Wir hätten es auch verdient."

Bei den Sportstätten seien größere Investitionen ohnehin nötig, man könne die Verlegung auch als Chance sehen. Für die Finanzierung der Gartenschau wurde dem Gemeinderat der Vorschlag gemacht, bereits ab sofort einen Anteil anzusparen. Bürgermeister Oliver Martini gab einen Gesamtüberblick zum geplanten Gartenschaugelände und der Stadtentwicklung, wobei er hervorhob, dass ein derartiges Unternehmen keine Veranstaltung der Stadt sondern der Stadtgesellschaft sei, getragen von vielen Vereinsstrukturen. Die trennende Kanalwirkung der Kinzig solle aufgehoben und die Fläche zum Wasser hin gestaltet werden, wobei alle Belange des Hochwasserschutzes gewährleistet würden. Ebenso seien Rückzugsräume für die Natur eingeplant, auch andere Gewässer in Offenburg würden ökologisch aufgewertet. Standartbestandteil einer Gartenschau seien auch Themen wie Spielplätze, Gastronomie, Veranstaltungsbühnen und unterschiedliche Arten von Gärten. Was im Bürgerbeteiligungsprozess konkret gesammelt und erarbeitet wurde, werde in den Wettbewerb einfließen. Nachhaltig müssten Freiräume in einem Gesamtkonzept gesichert und der Stadt erhalten bleiben.

Projektleiterin Traute Siefert zeigte sich sehr zufrieden mit der Bürgerbeteiligung. Momentan sei man auf der Zielgeraden, am 19. Dezember müsse der Antrag gestellt werden. Danach stehe die sogenannte Bereisung an, bei der alle sechs am Bewerbungsverfahren beteiligten Städte besucht würden. Die Ministerratsentscheidung werde für Juni /Juli 2020 erwartet. Nach dem erhofften Zuschlag werde ab 2021 ein freiraumplanerischer EU-weiter Wettbewerb ausgeschrieben, ein weiterer Wettbewerb für die Verlegung des Stadions. "Dann kommt der Feinschliff" so Siefert, bis 2032, 2034 oder 2036 dann die Landesgartenschau in Offenburg eröffnet werden könne.