Aktionstag in Lenzkirch

Energiesparen liegt im Trend

Wolfgang Scheu

Von Wolfgang Scheu

Di, 26. Oktober 2021 um 17:54 Uhr

Lenzkirch

Mit gutem Beispiel gehen sie voran: Lenzkircher und Experten geben beim Energietag der Genossenschaft Bürgerenergie Interessierten Impulse, wie man etwas für die Umwelt tun kann.

Die Genossenschaft Bürgerenergie hat zum ersten Energietag in Lenzkirch eingeladen. Das Ziel: Zusammen mit örtlichen und regionalen Partnern sollen Impulse zur Nutzung erneuerbarer Energien gesetzt werden – frei nach dem Motto "Weg von fossilen Brennstoffen für eine gesicherte Zukunft kommender Generationen in Lenzkirch".

Fünf Projekte aus Lenzkirch, die bereits realisiert worden sind, wurden bei den Energietagen vorgestellt. So etwa das Engagement der Familie Dittus in Lenzkirch-Kappel, das Vorstandsmitglied Roland Pfisterer anschaulich präsentierte. In Kappel habe man Photovoltaikmodule inklusive Stromspeicher installiert und ein Kaminofen an die Heizung angeschlossen. Das Ergebnis: Die Familie Dittus erzeugt von Mai bis Oktober 95 Prozent des benötigten Stroms selbst, der Ölverbrauch ist merklich gesunken.

Viele Besucher suchten das Gespräch mit den Ausstellern. Das Informationsangebot reichte über ökologisches Bauen über Photovoltaik bis hin zu Beratung und Finanzierung von Baumaßnahmen und möglichen Förderprogrammen. Energieerzeugung und Verbrauch unterhaltsam erlebbar machen – das war der Fall bei der Firma Mesa Parts und der Franz-Josef-Faller-Schule. Letztere hatte fächerübergreifend die Themen Umweltschutz und Nutzung alternativer Energien bearbeitet. So gab es etwa ein Modell eines Wasser- und eines Windrades zu sehen. Anhand zweier Globen – einer war verschmutzt, einer sauber – zeigten die Schüler auf, dass es in der Hand der Menschen liegt, was mit der Erde passiert.

Ein Höhepunkt für viele Besucher war die Führung von Joachim Rogg. Man erhielt Einblicke in die Brauerei, die Landwirtschaft, den Campingplatz, sah das historische Wasserrad und stieg die Stufen hinab zum alten Eiskeller. Staunen herrschte ob der umgesetzten Maßnahmen wie Photovoltaikanlagen auf der neuen Lagerhalle und dem Ökonomiegebäude. Auch viele andere Details wurden über die Jahre hinweg umgesetzt, um Energie sinnvoll zu nutzen und einzusparen. Das Glockenhaus selbst ist gewissermaßen ein Neubau aus dem Jahr 1991, allerdings mit Material einer alten Zehntscheuer nachhaltig errichtet. Das Dach aus Holzschindeln war jedoch nicht für das Wetter im Hochschwarzwald geeignet, es wird demnächst mit schwarzen Pfannen samt Isolierung versehen. Das alte Wasserrad wurde ebenfalls wieder instandgesetzt, es hat jedoch eher einen historischen Grund, für eine effektive Nutzung bringt der Mühlenbach zu wenig Wasser.

Nicht nur für die Vorsitzenden Thomas Pforte, Roland Pfisterer und den Aufsichtsrat Martin Meyer war es ein erfüllender und sinnvoller Tag. Pfisterer betonte im Zuge dessen auch die Aktualität von Energiethemen. So sei beispielsweise aufgrund der steigenden Gaspreise die Nahwärme auch in Lenzkirch eine ökologische und auch wirtschaftlich interessante Alternative.