Erdogan hofft auf "neue Ära"

höhl

Von höhl

Mi, 13. Januar 2021

Ausland

Erdgasstreit mit Griechenland.

(dpa/höhl). Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan setzt hohe Erwartungen in die Gespräche mit Griechenland zur Beilegung des Erdgasstreits. "Ich glaube, so Gott will, werden die Sondierungsgespräche mit unserem Nachbarn Griechenland am 25. Januar eine neue Ära einleiten", sagte Erdogan am Dienstag in Ankara. Gleichzeitig rief er Griechenland dazu auf, "die Eskalation der Spannungen" nicht weiter voranzutreiben. Die Türkei und Griechenland hatten am Montag verkündet, Sondierungsgespräche zur Lösung des Konflikts aufzunehmen. Griechenland wirft der Türkei vor, in Meeresgebieten nach Erdgas zu suchen, die nach internationalem Seerecht nur von Griechenland ausgebeutet werden dürften. Nach Lesart Ankaras gehören diese Gebiete zum türkischen Festlandsockel.

Dass sich Ankara und Athen jetzt doch noch auf Verhandlungen einigten, hat mit dem wachsenden Druck der Europäischen Union zu tun. Sie droht der Türkei wegen der als "illegal"" erachteten Gas-Explorationen mit Sanktionen. Das Thema soll im März beim EU-Gipfel auf die Tagesordnung kommen. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hofft offenbar, mit der Aufnahme von Verhandlungen Strafmaßnahmen abwenden zu können. Die Türkei sei zudem bereit, die Beziehungen zur Europäischen Union zu verbessern und dem Ziel einer vollwertigen EU-Mitgliedschaft verpflichtet. "Die Unsicherheit, die durch den Austritt Großbritanniens noch verschärft wurde, kann nur dadurch eliminiert werden, dass die Türkei ihren verdienten Platz in der europäischen Familie einnimmt." Man erwarte die gleiche Entschlossenheit von den "europäischen Freunden", sagte Erdogan .