Türkei

Erdogan schlägt im Konflikt mit Griechenland immer schärfere Töne an

höhl

Von höhl

So, 06. September 2020 um 20:15 Uhr

Ausland

In einer Rede in Istanbul erinnert der türkische Staatschef an den Sieg seines Landes über Griechenland im türkischen Unabhängigkeitskrieg 1922 – und schlägt einen Bogen zur aktuellen Krise.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan schlägt im Konflikt mit Griechenland immer schärfere Töne an. In einer Rede in Istanbul erinnerte Erdogan am Samstag an den Sieg seines Landes über Griechenland im türkischen Unabhängigkeitskrieg 1922. "Vor einem Jahrhundert haben wir sie in der Erde begraben oder ins Meer geworfen", sagte Erdogan laut türkischen Medienberichten. Er hoffe nicht, dass die Griechen diesmal den gleichen Preis bezahlen müssten.

Die Türkei habe "die wirtschaftliche, politische und militärische Macht, alle unmoralischen Karten und Dokumente zu zerfetzen", sagte Erdogan unter Anspielung auf die Wirtschaftszonen, die Griechenland unter Berufung auf die UN-Seerechtskonvention im östlichen Mittelmeer beansprucht. Er warnte die Griechen vor "bitteren Erfahrungen, die sie auf dem Schlachtfeld erwarten".

Der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas erklärte: Griechenland werde "alles Nötige tun, um seine Souveränitätsrechte zu verteidigen". Am Samstag meldete der regierungsnahe türkische Nachrichtenkanal A-Haber, dass die türkischen Streitkräfte Dutzende Panzer zur griechischen Grenze verlegen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete am Samstag unter Berufung auf Militärkreise, bei dem Panzertransport handele es sich um eine "Routineverlegung". Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis will am Donnerstag mit Frankreichs Staatspräsidenten Emmanuel Macron über die Lage beraten.