Online-Workshop

Freiburger Ernährungsrat lädt AfD-Stadträte ein – und wieder aus

Jens Kitzler

Von Jens Kitzler

Mi, 10. März 2021 um 11:00 Uhr

Freiburg

Der Ernährungsrat Freiburg & Region wollte Freiburgs AfD-Stadträte lieber nicht bei einer Online-Veranstaltung haben. Die Fraktion äußert Unverständnis.

Zu einer Online-Veranstaltung am vergangenen Montag mit Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU) hat der Verein "Ernährungsrat Freiburg und Region" auch Stadträte eingeladen, darunter auch diejenigen der AfD. Einige Tage vor der Veranstaltung allerdings bekam AfD-Stadtrat Detlef Huber eine Mail. Die Einladung sei ein Versehen gewesen, steht darin. "Wir möchten Sie darüber informieren, dass wir Ihrer Teilnahme kritisch gegenüber stehen." Der Ernährungsrat ist ein Forum zur Förderung nachhaltiger Ernährung. "Aus unserer Wahrnehmung der Aktivitäten der AfD schließen wir, dass wir nicht auf einer Linie sind", schließen die Organisatoren.

Unverständnis über die Ausladung

Nicht unerwartbar hat die Freiburger AfD den Vorgang in einer Pressemitteilung verarbeitet. Dort äußert sie ihr Unverständnis darüber, ausgeladen worden zu sein – von einer Veranstaltung, die an politische Vertreter der Region gerichtet war und die von einer Initiative kam, die zudem mit städtischen Geldern gefördert werde. Stadtrat Detlef Huber, heißt es da, sei "schlichtweg entsetzt darüber, wie hier nur aufgrund des – vermeintlich – fehlenden Gleichklanges ein Organ der Stadt Freiburg ausgeladen wird." Und das, obwohl er Missionen des Ernährungsrates durchaus unterstütze.

Grenzenlos ist diese Unterstützung allerdings nicht: In den aktuellen Haushaltsberatungen, die Ende April in einen Beschluss zum städtischen Doppelhaushalt münden sollen, will Hubers AfD-Fraktion dem Ernährungsrat die städtischen Zuschüsse von 45 000 Euro jährlich streichen – angesichts der Kassenlage sei der Rat ein "Luxusprojekt", so die Begründung.

"In anderem Rahmen mal austauschen"

"Unsere Ziele und die der AfD liegen weit auseinander" konstatiert Maike Aselmeier, die dem Vorstand des Ernährungsrates angehört. Die Einladung der AfD-Stadträte sei tatsächlich ein Versehen gewesen und sie zu widerrufen entsprechend unangenehm. Doch der Online-Workshop am Montag sei den Initiatoren zu wichtig gewesen, als dass sie dort Konflikte mit AfD-Stadträten hätten verhandeln wollen. In anderem Rahmen, sagt sie, könne man sich aber durchaus mal austauschen.