Ringen

Erster DM-Titel: Elena Brugger empfiehlt sich für WM-Nominierung

Pit Weber

Von Pit Weber

Mo, 20. Mai 2019 um 19:14 Uhr

Ringen

National ist es ihr größter Erfolg: Ringerin Elena Brugger vom TuS Adelhausen hat Gold bei der deutschen Freistil-Meisterschaft gewonnen. Bei den Männern fiel das DM-Fazit eher ernüchternd aus.

Viermal war Elena Brugger bisher bei einer Frauen-DM gestartet, und jedes Mal sicherte sie sich eine Medaille – stets war es die bronzene gewesen. Bei der DM in Riegelsberg feierte die Ringerin des TuS Adelhausen nun ihren ersehnten ersten Titelgewinn bei den Frauen. "Damit hat sie sich ganz sicher in den Blickpunkt der Bundestrainer bewegt", sagte ihr Freistil-Landestrainer Mario Sachs. Bis zu weiteren Kämpfen, bei welchen sich die 21-jährige Eichslerin weiter für die Weltmeisterschaft im September empfehlen kann, sei zwar noch Steigerungspotenzial vorhanden. Dennoch stünden die Chancen auf einen Startplatz bei der WM laut Sachs sehr gut.

Abgesehen von einem Überlegenheitssieg war für Brugger der Weg zur Goldmedaille in der Klasse bis 57 Kilogramm alles andere als ein Spaziergang. Gleich im ersten Kampf musste sie sich Sandra Paruszewski vom AVG Sulgen stellen, der sie bei der letztjährigen DM mit 1:3 unterlegen war. Diesmal jedoch war Brugger diejenige, die mit demselben Ergebnis die Oberhand behielt. Sie ließ einen weiteren Punkt- sowie den Überlegenheitssieg folgen. Im vierten und letzten Duell rang sie Anastasia Blayvas vom KFC Leipzig nieder (8:2), und während ihre Kontrahentin nach Ende des Kampfes völlig enttäuscht am Boden lag, reckte Brugger bereits ihre Faust gen Hallendecke und feierte ihre erste Goldmedaille bei einer DM.

"Johanna hat viel Potenzial und ist bereits besser als manch andere Ringerin bei der Meisterschaft." Landestrainer Sachs über WKGlerin Meier
Johanna Meier (WKG Weitnau-Wieslet/bis 62 kg) und Jennifer Wagner (TSV Kandern/68) konnten in Riegelsberg keine Medaillen abstauben. Meier, amtierende Junioren-Meisterin, verpasste als Vierte das Siegertreppchen knapp, Wagner, Dritte der Juniorinnen-DM, landete auf Platz fünf. "Vor allem bei Johanna ist es wichtig, dass sie bereits jetzt bei den Frauen mitkämpft. Sie hat viel Potenzial und ist bereits besser als manch andere Ringerin bei der Meisterschaft, muss aber noch versuchen, dies in den richtigen Momenten abzurufen", erläutert Sachs.

Keine WM-Chance für Manuel Wolfer?

Eher ernüchternd fiel die DM-Bilanz bei den Ringern des TuS Adelhausen aus. So war Manuel Wolfer mit großen Erwartungen angetreten, doch überzeugen konnte der dreifache deutsche Meister (bis 61 kg) nicht. Das Hausen-Zeller Eigengewächs schied in der Qualifikationsrunde gegen Ramzan Awtaew aus (2:8). "Der Gegner liegt ihm nicht. Außerdem war von Anfang an klar, das Awtaew ein Mann für eine Medaille ist", erklärte der Adelhauser Coach Florian Philipp das frühe Ausscheiden seines Schützlings. Im Klassement war Wolfer auf Rang neun notiert, "da haben wir uns schon mehr erhofft", sagte indes Sachs, der eine dritte WM-Nominierung Wolfers als sehr unwahrscheinlich einordnete.

Pascal Ruh kam bis 79 Kilogramm nicht über den letzten Platz hinaus und musste sich sowohl in Qualifikation als auch Hoffnungsrunde deutlich geschlagen geben. "Angesichts seines Alters ist es eigentlich schade, dass er nicht noch einmal, wie geplant, angreifen konnte", sagte Philipp. Felix Krafft konnte zwar mit dem dritten Platz nach der Vizemeisterschaft im Vorjahr erneut eine Medaille erringen, was angesichts nur zweier Konkurrenten in der Klasse bis 125 Kilogramm allerdings nur bedingt aussagekräftig ist. "Felix hat es mit starken Gegnern zu tun bekommen", betonte Sachs. Gegen WM-Teilnehmer Nick Matuhin (1.Luckenwalder SC), der in der Bundesliga für Adelhausen ringt, unterlag Krafft technisch überhöht, gegen Robin Ferdinand (ASV Boden) verpasste er einen Sieg nur knapp (8:9). Für Krafft sei das Ergebnis kein Beinbruch, so Philipp, "Felix hat in unserem Trainingslager in Russland viel und hart trainiert, was eventuell auch Grund für dieses Ergebnis war".

Alexander Semisorow soll für die WM aufgebaut werden

Auf einen DM-Start verzichten musste der wohl talentierteste Griffkünstler des Bezirks: Alexander Semisorow vom RV Rümmingen. Der Bundesliga-Ringer des TuS befindet sich nach seiner in den Playoffs erlittenen Verletzung wieder im Training. "Noch ist er nicht voll belastungsfähig, doch das wird sich in den kommenden Wochen ändern", berichtet Sachs. Langfristiges Ziel sei es, Semisorow für die WM vorzubereiten. Doch ob Weltmeisterschaft oder die Olympischen Spiele 2020 in Tokio, erzwingen will man beim TuS nichts, "da halten wir uns alles offen", sagt Philipp. Wichtig, um sich für die großen Turniere zu qualifizieren, seien "einmal die Gesundheit und zum anderen auch ein Quäntchen Glück".