Privatisierung von Wohnungen

Es fehlen Wohnungen für Leute mit wenig Geld

Manuela Karl (Freiburg-Weingarten)

Von Manuela Karl (Freiburg-Weingarten)

Mo, 27. September 2021

Leserbriefe Freiburg

Zum Bericht "Klares Votum für die Miete" (BZ vom 13. September) und zum Leserbrief "Weitere Durchmischung ist längst überfällig" (BZ vom 20. September), der sich darauf bezog.

Seit Jahrzehnten lebe ich als Mieterin sehr gerne in Weingarten. Wie kommt Herr Konstanzer dazu, zu behaupten, Eigentümer gingen sorgsamer mit ihrem Umfeld um und würden sich eher mit ihm identifizieren? Ich engagiere mich seit vielen Jahren ehrenamtlich in vielen Initiativen und Einrichtungen, zurzeit im Vorstand des Bürgervereins und im Forum Weingarten, wo ich für alle Menschen im Stadtteil aktiv bin. Solche Äußerungen finde ich diskriminierend und beleidigend. Was soll denn besser sein, wenn statt mir ein Eigentümer in meiner Wohnung lebt?

Die Idee, die Wohnungen an der Sulzburger Straße an private Eigentümer zu verkaufen, macht mir sowieso Angst und Sorgen.

Wo bleiben denn dann die Menschen mit kleinem Geldbeutel, wenn solche preiswerte Mietwohnungen verloren gehen? Es fehlen jetzt schon zu viele Wohnungen für Leute mit wenig Geld. Wo sollen sie hin, wenn es noch 120 billige Wohnungen weniger gibt? So viele Brücken gibt es in Freiburg gar nicht. Wissen diese Herren eigentlich, was es heißt, mit kleinen Renten und wenig Geld das tägliche Brot zu bestreiten? Und was es heißt, jeden Cent mehrmals umzudrehen, bevor man ihn ausgibt? Wir brauchen jede bezahlbare Wohnung. Wenn man mehr Sozialmischung in Freiburg will, wieso baut man dann nicht solche Mietwohnungen in Herdern, der Wiehre oder in Littenweiler, statt uns in Weingarten die billigen Wohnungen wegzunehmen?

Manuela Karl, Freiburg-Weingarten