"Es läuft einfach brutal gut"

Johannes Bachmann

Von Johannes Bachmann

Fr, 12. August 2022

Mountainbike

Auf Sieg abonniert: Mountainbikerin Adelheid Morath dominiert Extrem-Marathon im Montafon und Etappenrennen in Ischgl.

Je länger, je lieber. Je steiler, je besser. Furchterregend steile Kurse, die eingebettet sind in dramatisch lange Streckenprofile, sind die Spezialität der St. Märgener Weltklasse-Mountainbikerin Adelheid Morath. Mit der Empfehlung von vier Saisonsiegen auf ultraharten Langstecken-Marathons war sie Mitte Juli in Kirchzarten bei ihrem "Heimrennen" angetreten, um selbstverständlich zu gewinnen.

. Die 38-jährige St. Märgenerin, die im Breisgau lebt, dominierte bei der 22. Auflage des Black-Forest-Ultra-Bike-Marathons auf der 118 Kilometer langen, ultimativen Ultra-Langstrecke und deklassierte bei ihrem überlegenen Sieg in 5:27.47,7 Stunden die Konkurrenz. Es war ein erwartbarer Triumph.

Die 38-Jährige, die bei den olympischen Cross-Country-Rennen in Peking und London ihren Durchhaltewillen zeigte, ist nach vielen Hochs, einigen Tiefs und zahlreichen Verletzungen, die sie in ihrer Cross-Country-Karriere immer wieder zurückwarfen, in der Form ihres Lebens. Die Plackerei auf der Langstrecke ist für sie ein Vergnügen. Und so macht Morath, deren Freunde und Gegnerinnen sie mit einer Mischung aus Zuneigung und Respekt "Adel" nennen, in diesem Extrem-Sommer natürlich einfach weiter mit ihren Erfolgen. Vor zehn Tage stellte sich Morath der Herausforderung des M3-Marathons im Montafon, der noch ein bisschen furchteinflößender ist als der Kirchzartener "Ultra-Bike". "Das war bisher mein schwierigster Marathon", sagt sie im Rückblick auf kraftzehrende 130 Kilometer und fordernde 4500 Höhenmeter und, "ach ja, ich habe gewonnen".

Es ist die Gelassenheit einer Gereiften, die in diesem nüchternen und doch selbstbewussten Satz steckt. Die Verbissenheit, mit der sie sich früher manche Erfolge verbaute, ist Können ohne Allüren gewichen. Morath weiß, was sie kann. Dieses Können bringt sie aufs Pedal. So wie jetzt beim viertägigen Etappenrennen "Ischgl-Ironbike" in Österreich mit einem Bergzeitfahren zum Auftakt am Donnerstag, einem Zeitfahren tags darauf, einem Short-Race am Samstag und zum Abschluss einem Marathon über 60 Kilometer und 2600 Höhenmeter.

Adelheid Morath macht eine Pause. Und? Was für ein Frage. "Da konnte ich auch gewinnen", sagt sie lachend: "Ich war sehr überrascht, dass mir das gelungen ist". Schließlich sei sie nach den Strapazen des Montafon-Marathons "noch sehr müde" gewesen. "Es läuft einfach brutal gut dieses Jahr", freut sich die Ausnahme-Mountainbikerin.