Wegen der Coronapandemie

Ettenheimer Hebammengemeinschaft sucht dringend neue Räume

Klaus Schade

Von Klaus Schade

Mi, 04. November 2020 um 13:49 Uhr

Ettenheim

Wegen der Pandemie-Verordnungen stößt die Hebammengemeinschaft in den Praxisräume in der Belzmühle an Grenzen. Das Einhalten der Abstandsregeln ist schwierig.

Die Hebammengemeinschaft Ettenheim, mit sieben Hebammen sowie der Eltern-Baby- und Kess-Kursleiterin die größte am Oberrhein zwischen Basel und Karlsruhe, sucht dringend neue Räume. Der Grund: Corona. Weil Hygiene- und Abstandsregeln in der Belzmühle ein wirtschaftliches Arbeiten nicht mehr möglich machen, sucht die Gemeinschaft dringend größere Räume. In der Belzmühle hat die Hebammengemeinschaft seit viereinhalb Jahren ihr Domizil.

Die Hebammengemeinschaft hat sich über die Jahre zu einer zentralen Anlaufstelle für Frauen entwickelt. Anfragen und Kontakte gibt es nicht nur von jungen Müttern aus dem Raum Ettenheimer Raumschaft, sondern deutlich darüber hinaus. Bis ins Kinzigtal, ins Ried oder in den nördlichen Breisgau reicht die Klientel der Hebammengemeinschaft.

Im Jahr 2016 Umzug in die Belzmühle

2016 hatte sie ihr Domizil in den sanierten Räumen der Belzmühle an der Rheinstraße bezogen. Coronabedingt sei dort aber inzwischen ein wirtschaftliches Arbeiten nicht mehr möglich, so die Aussage. Deshalb seien die Hebammen dringend auf mehr und größere Praxisräume angewiesen. Der 37 Quadratmeter große Kursraum war bisher schon für die in der Regel zehn Paare, die an den Kursangeboten zur Geburtsvorbereitung, Rückbildung und Babymassage teilnahmen, an einer Kapazitätsgrenze angelangt. In der Pandemie mit den Abstandsregeln von 1,50 Meter ist nur noch die halbe Teilnehmerzahl im Kursraum möglich, ein wirtschaftliches Arbeiten für die Kursleiterinnen auf Dauer deshalb nicht mehr möglich.

Das Angebot in der Gemeinschaftspraxis ist groß, reicht von der Schwangerenberatung, -vorsorge, Schwangerschaftsbeschwerden über gymnastische Angebote, Geburtsvorbereitung, Wochenbettbetreuung und Stillberatung bis hin zur Babymassage, Rückbildungs- und Beckenbodengymnastik und zu Eltern-Baby-Kursen und einem "Nest-Café". Deshalb ist die Hebammengemeinschaft auf der Suche nach neuen Praxisräumen. Mindestens 50 Quadratmeter groß, so schildern due Frauen im Pressegespräch, sollte der Kursraum groß sein. Ein Behandlungszimmer, ein Büro, Toiletten sollten ebenfalls zum Raumangebot zählen.

Raum von 50 Quadratmetern wird dringend benötigt

"Wir haben schon einiges angeschaut, auch auf Tipps von Leuten, denen es wichtig ist, dass wir in Ettenheim bleiben", erklärt die Sprecherin der Gruppe, Renate Darrmann. Bisher aber noch ohne Erfolg. Die Zeit drängt aber. Zum 1. April des kommenden Jahres müsse eine neue Bleibe gefunden werden. Sonst ist das Angebot der Hebammengemeinschaft in der gewohnten Form in Gefahr. Deshalb gehen die Hebammen jetzt an die Öffentlichkeit.

Und was passiert, wenn bis zum nächsten Frühjahr kein neues Domizil gefunden wird? Ein Ausweg könnte eine dezentrale Organisation sein. Beispielsweise könnten etwa über die Anmietung eines zusätzlichen Kursraums einige Kursangebote wie Geburtsvorbereitung, Rückbildungsgymnastik und Babymassage dorthin ausgelagert werden. Nach Aussage der Hebammengemeinschaft sind dies Angebote, die Schwangere und junge Mütter auch in Corona-Zeiten dringend benötigen.

Kontakt zur Hebammengeneinschaft unter Tel. 07822/4 22 48 11 oder per Email: hgettenheim@web.de.

Hebammengemeinschaft

Als im Sommer 2002 der Kreißsaal am Ettenheimer Krankenhaus schließt, bildet sich die Hebammengemeinschaft Ettenheim. Zuerst in Räumen des Ettenheimer Klinikums; nach zwei Jahren folgen mehrere Unterkünfte. Im Jahr 2016 ziehen die Frauen in die sanierte Belzmühle. Zur Hebammengemeinschaft zählen: Alexandra Weis, Marion Weber-Dieterle, Katrin Metzger de Ramos, Renate Darrmann, Riccarda Gaedcke-Still, Laura Bury, Laura Bury, Helene Fitzke, Beate Kostanzer.