"Als großes Ganzes gescheitert"

dpa

Von dpa

Di, 30. Juni 2020

2. Bundesliga

Der HSV steht nach dem erneut verpassten Aufstieg vor einer unsicheren Zukunft.

Nach dem zweiten kläglich gescheiterten Anlauf auf die Fußball-Bundesliga ist der große HSV zum "Hamburger Spott-Verein" geworden und muss am Tiefpunkt seiner Vereinsgeschichte den nächsten Umbruch starten. Selbst der als Heilsbringer geholte Trainer Dieter Hecking konnte den Totalschaden nicht verhindern – und scheint deshalb auch nicht mehr völlig unantastbar zu sein. "Wir haben das als großes Ganzes angefangen – und genau so sind wir jetzt als großes Ganzes gescheitert", räumte der 55-Jährige nach dem 1:5-Debakel im Heimspiel gegen den SV Sandhausen ein.

Da sich sein Vertrag nur beim Aufstieg automatisch verlängert hätte, muss eine Analyse mit Sportvorstand Jonas Boldt und Aufsichtsratschef Marcell Jansen zeigen, ob die Zusammenarbeit – wie bisher allseits gewünscht – tatsächlich fortgesetzt wird. "Jetzt muss man gucken, ob wir dieses große Ganze wieder so aufstellen können, dass alle das Gefühl haben: Es kann im nächsten Jahr klappen", betonte Hecking und deutete damit an, dass die Bedingungen stimmen müssen.

Als im vergangenen Jahr "das gesamte Sportsystem kollabiert" war, wie es der damalige HSV-Chef Bernd Hoffmann ausdrückte, rollten Köpfe. In diesem Jahr sieht zumindest der bisherige Plan vor, dass die sportlich Verantwortlichen beisammen bleiben, um nicht wieder bei Null anfangen zu müssen. "Wir werden in den nächsten Tagen in die Analyse gehen und die richtigen Schlüsse ziehen", kündigte Chefkontrolleur Jansen an.

Es steht ohnehin der nächste Umbruch im Kader an, der zwar der zweitteuerste der 2. Liga ist, aber den Beweis seiner Klasse schuldig blieb. Denn letztlich waren es die Profis, die auf dem Platz versagten. Allein nach der Corona-Pause ließen sie in Fürth (2:2), Stuttgart (2:3), Heidenheim (1:2) und gegen Kiel (3:3) durch zum Teil haarsträubende Last-Minute-Gegentore sechs Punkte liegen. Die Krönung folgte im Saisonfinale: Statt die Steilvorlage des 1. FC Heidenheim (0:3 in Bielefeld) zu nutzen und das eine fehlende Pünktchen zu sichern, ging der HSV unter und verpasste erneut die Relegation.