Kreisliga A, Staffel Ost

Erfolgs- und Torkrise bei Schlusslicht FC Bad Säckingen hält an

Mario Schmidt

Von Mario Schmidt

Di, 17. September 2019 um 18:32 Uhr

Kreisliga Hochrhein

Die einzige Konstante, was den sportlichen Erfolg in der Ost-Staffel anbelangt, bleibt vorerst Spitzenreiter SG Mettingen/Krenkingen. Konstant erfolglos ist der FC Bad Säckingen – auch nach dem Trainerwechsel.

Wenn man auf der Computertastatur "08" eintippen möchte und versehentlich die Großbuchstabentaste eingestellt ist, wird aus dem Gründungsjahr des FC Bad Säckingen ein trauriger Smiley. Ein passendes Bild, so scheint es, wenn man sich den katastrophalen Saisonstart der Rot-Schwarzen anschaut. Nach fünf Spieltagen stehen bei einem Torverhältnis von 1:16 null Punkte zu Buche.

Und der Wechsel auf der Kommandobrücke verpuffte schon. Auch zwei Wochen nachdem man sich von Rusmir Omeragic trennte und Co-Trainer Clemens Bauer beförderte, blieb der Erfolg beim Schlusslicht aus, das zudem seit 384 Minuten ohne Torerfolg ist.

FCBS-Coach Clemens Bauer: "Klare taktische Defizite"

Bei der jüngsten Niederlage gegen den FC Geißlingen kam man laut Bauer "schwer ins Spiel". Jedoch habe sich seine Elf gefangen, der Coach konstatierte "etwas Pech bei unseren Abschlusssituationen". So ging Bad Säckingen mit einem 0:1-Rückstand in die Pause, "den wir dann nicht mehr drehen konnten – auch weil die Moral nach dem 0:2 gebrochen war", so Bauer, selbst langjähriger FC-Spieler und hauptberuflich Lehrer. Sein Team nimmt der 38-Jährige in Schutz: "Wir sind momentan wahnsinnig verunsichert. Aber das ist ja auch normal, wenn man noch kein Spiel gewonnen hat."

Was hilft in solchen Phasen? "Die Mannschaft braucht ein Erfolgserlebnis, vor allem mal wieder ein Tor", so Bauer, der sich sicher ist, dass es dann auch wieder aufwärts ginge. Helfen soll vor allem das Kollektiv: "Wir müssen wieder Spaß ins Training bringen, Mannschaftsabende organisieren und als Verein enger zusammenrücken. Momentan stecken unsere Köpfe total tief im Sand, aber wenn wir es hinbekommen, uns enger aneinander zu binden, dann gehe ich davon aus, dass wir da unten rauskommen." Die von Ex-Coach Omeragic als Grund für die Krise ausgemachte Personalnot sieht Bauer nicht als Ausrede für die anhaltende sportliche Talfahrt: "Wir haben ganz klare taktische Defizite und kein klares Spielsystem, an dem wir uns orientieren können. Das werden wir jetzt entwickeln und im Training weiter ganz hart an uns arbeiten, damit wir wieder erfolgreich sein können." Gegen Geißlingen seien phasenweise Fortschritte erkennbar gewesen, deshalb will Bauer den Teufel auch nicht an die Wand malen. "Das Team hat schon gezeigt, dass es Fußball spielen kann. Wir packen das."

Sein Trainerkollege Sven Oertel vom SV BW Murg ist mit sieben Punkten nach vier Spielen nicht unzufrieden, allerdings war das 1:1-Remis beim bis dahin noch punktlosen Aufsteiger FC Grießen "viel zu wenig" für den 37-Jährigen. Der Grund liegt für Oertel auf der Hand: "Wir sind nicht effektiv genug. Wir haben in jedem Spiel das Chancenplus auf unserer Seite und schaffen es einfach nicht, den Sack frühzeitig zuzumachen." In Grießen hielt die 1:0-Führung durch Francesco Lo Presti (48.) ganze acht Minuten.

Nicht nur die fehlende Effizienz ist dem Murger Trainer ein Dorn im Auge. Auch die schwache Trainingsbeteiligung stört, denn daraus resultiert, dass "wir nicht mehr die gleiche Qualität von der Bank nachlegen können, die wir mal hatten. Und wenn dann noch die Spieler auf dem Platz denken, dass es reicht, gegen Grießen mit 50 Prozent zu spielen, dann müssen sich diese Jungs mal hinterfragen", polterte Oertel vor dem Derby am Samstag gegen C.S.I. Laufenburg.

In der West-Staffel ist die Lage bei Neuling SV Eichsel nach dem Sieg gegen den FC Hauingen entspannter. Für SVE-Trainer Jürgen Mair kam der Sieg "unverhofft, da Hauingen der klare Favorit war und unsere Chancen vor dem Spiel eher schlecht standen." Dennoch habe seine Elf verdient gewonnen und die guten Ergebnisse auf heimischem Rasen bestätigt. Entscheidend für den dreifachen Punktgewinn waren für Mair unter anderem die beiden Standardtore zur 2:0 Führung: "Für uns ist es entscheidend diese Situationen zu unseren Gunsten zu nutzen, da wir spielerisch nicht mit dem Niveau von Hauingen mithalten können."