Ein kleiner Zeh tut weh – große Auswirkungen

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Fr, 17. Mai 2019

Landesliga Staffel 3

Marco Bürer fehlt dem FC Löffingen auch im Heimspiel am Sonntag gegen Denkingen / "Harter Brocken" für den FC Neustadt.

FUSSBALL-LANDESLIGA. Uli Bärmann sagt, es komme drauf an. Wenn der Gegner besser war, klappe das mit dem Verarbeiten einer Niederlage ganz gut. "Schwieriger ist es, wenn es an uns lag", sagt der Trainer des FC Löffingen, dann könnten die Nachwirkungen schon mal etwas länger dauern. Nach der 0:2-Derbyniederlage beim FC Neustadt war das so, denn Bärmann hatte nicht das Gefühl, "dass alle Spieler hundertprozentig konzentriert und bei der Sache waren". Nach drei Siegen und 17 Toren zuvor, bei denen die Löffinger Mannschaft vielleicht sogar etwas über ihrem Level agierte, blieb sie im Neustädter Jahnstadion etwas darunter. Bärmann: "Am Sonntag hat die Mannschaft die Gelegenheit, es wieder besser zu machen."

FC Löffingen – SV Denkingen (Sonntag, 15 Uhr). Spätestens im Dienstagtraining geht der Blick beim Löffinger Trainer wieder nach vorne. Zu lange an der Vergangenheit festzukleben, bringe ja nichts, "passiert ist passiert, wichtiger ist das Hier und Jetzt". Das gilt auch für die Feststellung, dass der FC Löffingen in den vergangenen Jahren nie gegen Denkingen verloren hat. "Für die Vergangenheit kann man sich nichts kaufen", entgegnet Bärmann, "wichtig ist, was am Sonntag auf dem Platz passiert".

Im Hinspiel erkämpften sich die Löffinger Rothosen beim 2:2 einen Punkt gegen einen Gegner, der noch nie so weit vorne zu finden war in der Landesliga. Meistens spielten die Denkinger gegen den Abstieg, doch nach dem Wiederaufstieg präsentiert sich der Tabellendritte erheblich spielstärker als in früheren Landesligarunden. "Dem SV Denkingen ist es von Anfang an gut reingelaufen. Die Mannschaft steht nicht unverdient da vorne, sie spielt mit hoher Laufbereitschaft und viel Tempo." In Jonathan Scheike hat Denkingen zudem einen Spieler in seinen Reihen, der regelmäßig trifft (18 Tore).

Doch Bärmann ist nicht bange vor der Aufgabe: "Wenn wir das Maximale bringen, dann können wir mit jeder Mannschaft in der Liga mithalten und erfolgreich sein." Für seine "Buben" wird es im Heimspiel am Sonntag darum gehen, sich wieder zu steigern. "Wir wollen ein sauberes Spiel zeigen, egal mit welcher Aufstellung. Es wird ein schwieriges Spiel gegen einen guten Gegner."

Sicher fehlen wird Marco Bürer, der aufgrund seiner Qualitäten gesetzt ist, wenn er spielen kann. Im Moment kann er jedoch nicht kicken. Er hat sich wahrscheinlich einen Zeh gebrochen: "Der zweitkleinste ist es", sagt Bärmann, "schon erstaunlich, dass so ein kleiner Zeh für die Abrollbewegung des Fußes so wichtig ist und sehr wehtun kann". Kim Hirschbolz wird mit einem Muskelfaserriss ebenfalls ausfallen, Marco Schwirtz steht dem Löffinger Trainer wieder zur Verfügung. Der Tabellendritte aus Denkingen wird im Haslachpark mitspielen, davon geht Bärmann aus: "Wenn beide Fußball spielen wollen, ist das doch viel schöner, als einfach nur in der Gegend rumzukicken".

FC Neustadt – FC Bad Dürrheim (Samstag, 15.30 Uhr). Florian Heitzmann hatte vor dem Gegner gewarnt. Vor dem Spiel beim FC Schonach unter der Woche: "Das wird ein schwieriges Spiel". Als das Spiel begann, hatten einige Neustädter Spieler die Warnung wohl nicht mehr auf dem Radar. "Körpersprache und Präsenz waren nicht da", sagt der Neustädter Trainer, "das frühe Gegentor" hat sich angekündigt. In der sechsten Minute fiel es. "Sie haben uns in der ersten halben Stunde den Schneid abgekauft. Es hat in der Anfangsphase einfach nicht gepasst", klagt Heitzmann. Thomas Fischer erzielte vor der Pause das 1:1, den zweiten Spielabschnitt begannen die Blauen präsenter und giftiger. Tobias Gutscher und Markus Tritschler hatten Chancen, Fischer beim Stand von 1:2 kurz vor Schluss sogar "eine Tausendprozentige". Es blieb dabei: Der FC Schonach feierte seinen zweiten Sieg in der Frühjahrsrunde.

Am Samstag gastiert der Tabellenvierte aus Bad Dürrheim im Jahnstadion. "Ein harter Brocken", findet Heitzmann. Die Mannschaft von Enrique Blanco ist seit sieben Spielen unbesiegt. Umso erstaunlicher ist, dass der FC Neustadt den einzigen Auswärtssieg bisher Anfang November in Bad Dürrheim errang. Basis für den Erfolg in der Hinrunde waren die Grundtugenden – Laufbereitschaft, Einsatz, Leidenschaft, Aggressivität –, die will Heitzmann auch am Samstag sehen. Der Gegner habe einen sehr gut besetzten und ausgeglichenen Kader, "da müssen wir schon alles reinhauen". Innenverteidiger Fabian Papa wird wieder einsatzfähig sein, ebenso Daniel Kapetanovic. Gutscher fehlt aufgrund einer Gelb-Roten Karte, Jonas Feser berufsbedingt.