Trauer 2.0

Facebook nach dem Tod: Der digitale Grabstein

Moritz Lehmann

Von Moritz Lehmann

Fr, 01. September 2017 um 00:01 Uhr

Computer & Medien

BZ-Plus Cello Gennussa ist tot, aber auf Facebook lebt er weiter. Seine Geschichte zeigt, wie soziale Medien unseren Umgang mit dem Tod beeinflussen.

An einem Montag ändert Marcello Gennussa zum letzten Mal sein Profilfoto bei Facebook. So sollen ihn seine Freunde und Angehörigen in Erinnerung behalten, das Bild ist sein digitaler Grabstein.

Auf dem Foto hat Marcello, genannt Cello, seine tätowierten Arme über dem Bauch gefaltet. Er trägt eine Sonnenbrille mit knallrotem Rahmen und lächelt.

Viele von Cellos Freunden haben das Foto bei Facebook kommentiert. Sie freuten sich darüber, wie gut er aussehe, darüber, dass er sich offenbar gut erholt habe. Aber das stimmte nicht. Das Bild wurde ein Jahr zuvor aufgenommen. Cello liegt bereits im Sterben. Seine Familie fragt sich noch heute, wie er es geschafft hat, trotzdem noch sein Profilbild zu ändern. Drei Tage später, am 30. Oktober 2014, stirbt Cello in einer Klinik in Rheinfelden-Schweiz.

"Meine Mutter glaubte bis zuletzt, dass er es schafft." Claudia Für seine Schwester Claudia waren die freudigen Reaktionen auf das Foto befremdlich. "Ich wusste ...

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