Favoriten tun sich zum Start schwer

dpa

Von dpa

Mo, 08. Juni 2020

Basketball

Niederlage für München beim Basketball-Turnier um deutsche Meisterschaft / Auch Berlin hat Mühe / Ludwigsburg siegt.

(dpa/gg). Bayern patzt, Alba mit Mühe: Das Meisterturnier der Basketball-Bundesliga wird für die Favoriten kein Selbstläufer. Nachdem am Samstag Titelverteidiger Bayern München gegen Ulm überraschend mit 85:95 (40:41) verloren hatte, kam am Sonntag auch Pokalsieger Berlin nur zu einem sehr mühevollen 81:72 (37:39) gegen Frankfurt.

Erst im Schlussviertel konnten sich die Berliner entscheidend absetzen. Die MHP Riesen Ludwigsburg gaben beim 81:76 (46:32) gegen Rasta Vechta fast einen Vorsprung von 18 Punkten noch aus der Hand.

"Wir waren am Anfang nicht wach", sagte Berlins Nationalspieler Johannes Thiemann bei Magentasport. "Ich hoffe, dass wir uns jetzt von Spiel zu Spiel steigern und unseren Rhythmus finden. Es ist für uns alle eine neue Situation." Schließlich findet das Zehner-Turnier im Münchner Audi Dome wegen der Corona-Krise ohne Zuschauer und unter strengen Hygieneregeln statt. Alle Mannschaften sind für den gesamten Verlauf des Turniers in einem Quarantäne-Hotel untergebracht.

Alba tat sich gegen Frankfurt von Beginn an schwer. Die Hessen, die zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung lediglich Tabellenplatz 14 belegt hatten, überzeugten mit viel Einsatz und starker Defensive. Vor allem die beiden Neuzugänge Yorman Polas Bartolo und Gytis Masiulis feierten einen guten Einstand. Zwischenzeitlich zogen die Skyliners sogar auf zehn Punkte weg. Erst zu Beginn des dritten Viertels ging Alba erstmals in Führung (44:43) und zog dann in den letzten zehn Minuten davon. Vor allem Peyton Siva drehte am Ende auf.

Bei Topfavorit Bayern München war die Stimmung nach dem ersten Tag dagegen im Keller. Der Ausrichter und Titelverteidiger patzte gegen Ulm und zeigte beim 85:95 eine enttäuschende Leistung. "Wir haben vorher gesagt, dass wir Intensität zeigen und aggressiv sein müssen. Aber leider waren wir soft", kritisierte Bayern-Coach Oliver Kostic. Vor allem im Schlussviertel enttäuschten die Münchner, wirkten saft- und kraftlos und ließen 33 Punkte der geschlossen auftretenden Ulmer zu. "Wir waren nicht aggressiv genug und haben Ulm gewähren lassen, wie sie wollten", bemängelte Bayerns Nationalspieler Danilo Barthel. An diesem Montag (16.30 Uhr/Magentasport) geht es für die Bayern gegen Crailsheim weiter.

Kühlen Kopf bewahrte am Ende auch Ludwigsburg mit dem ehemals beim USC Freiburg in der Jugend spielenden 2,13-Meter-Riseen Ariel Hukporti gegen Vechta. Dreieinhalb Viertel lang sah es für das Team von Trainer John Patrick, zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung Anfang März Tabellenzweiter, nach einem einfachen Sieg aus. Doch dann kam Vechta noch einmal auf fünf Zähler heran. Ludwigsburg wurde seiner Favoritenrolle, wenn auch mit Mühe, am Ende aber gerecht.

Die Ludwigsburger mussten zum Auftakt des Meisterturniers auf Jaleen Smith verzichten. Bei dem US-Amerikaner wurde bei einer Testreihe eine alte Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Der 25-Jährige muss dem Hygienekonzept der Liga zufolge erst zwei negative PCR-Ergebnisse im Abstand von mindestens 24 Stunden nachweisen, ehe er in München zum Team darf. Das ist inzwischen der Fall, daher kann nach Angaben des Clubs von "einer abgeschlossenen Infektion ausgegangen werden, bei welcher der Spieler selbst auch nicht mehr infektiös ist". Smith wird daher an diesem Montag in München zu der Mannschaft stoßen.

Alle Ergebnisse, 1. Spieltag, Gruppe A: Göttingen – Crailsheim 89:78, München – Ulm 85:95. Gruppe B: Frankfurt – Berlin 72:81, Vechta – Ludwigsburg 76:81. Die vier besten Teams jeder der beiden Fünfer-Gruppen erreichen das Viertelfinale.