Rauchfahne

Feuerwehr rettet 140 Kühe bei Großbrand im Elsass, elf Tiere sterben

Christian Kramberg, Wolfgang Künstle, Bastian Bernhardt, Einsatz-Report24

Von Christian Kramberg, Wolfgang Künstle, Bastian Bernhardt & Einsatz-Report24

Mi, 06. Juli 2022 um 08:43 Uhr

Ortenaukreis

Bei einem Großbrand am Dienstagabend im elsässischen Boofzheim sind zwei Wohnhäuser und ein Bauernhof abgebrannt. Die schwarze Rauchsäule war auch in Deutschland zu sehen.

Gegen 22 Uhr stieg eine kilometerweit sichtbare Rauchwolke über Boofzheim an der deutsch-französischen Grenze auf. Der Ort liegt etwa drei Kilometer von der Grenze entfernt, direkt gegenüber von Kappel im Ortenaukreis. Flammen schlugen meterhoch in den Himmel, wie auf Bildern zu sehen ist. Es soll mehrere kleinere Explosionen gegen haben. Die Brandursache ist noch unklar. Menschen wurden nicht verletzt, es starben den Angaben zufolge aber elf Tiere.

Bauernhof und zwei Wohngebäude brennen

Der Brandort war ist am Nordrand der Gemeinde bei der Ausfahrt in Richtung Obenheim. Wie der Nachrichtendienst Einsatz-Report 24 berichtet, standen ein Bauernhof-Gebäude mit Stall- und Lagerfläche auf etwa 200 Quadratmetern und zwei Häuser mit je 150 Quadratmetern lichterloh in Flammen und konnten nicht mehr gerettet werden. Ein weiteres Haus konnte von der Feuerwehr aber geschützt werden.
Der aktuelle Bericht aus der DNA. Auf der Facebook-Seite der Badischen Zeitung sind Videos vom Brand in Boofzheim zu sehen.

Bei Brandausbruch stehen 150 Kühe im Stall

Im Stall des Bauernhofes befanden sich laut Einsatz-Report24 zum Zeitpunkt des Brandausbruches rund 150 Kühe. In den ersten Meldungen war noch von 200 Tieren die Rede. Vor dem Eintreffen der Feuerwehrleute sind laut der elsässischen Tageszeitung DNA Bauern und Bürgermeister Éric Klethi zum Bauernhof geeilt, um dem Besitzer bei der Evakuierung von mehr als 150 Rindern zu helfen. Elf Rinder starben trotzdem bei der Katastrophe, eines wurde verletzt. Bei der Evakuierung von Vieh und landwirtschaftlichen Geräten wurde eine Person leicht verletzt, berichtet DNA. Zwei Familien werden mit Verwandten umgesiedelt.

60 Einsatzkräfte und 27 Fahrzeuge

Die Feuerwehren und Rettungskräfte waren mit rund 60 Einsatzkräften und 27 Fahrzeugen im Großeinsatz. Die Brandursache ist noch unklar. Die Löscharbeiten haben die ganze Nacht über angedauert. Die Feuerwehr hat einen Leitstand bei der Bauerngenossenschaft errichtet. Die elsässischen Behörden haben einen Sicherheitsbereich um den Brandort ausgerufen.
Laut der Tageszeitung DNA hat der Energieversorger die Stromversorgung am Dienstagabend entlang der Hauptstraße (Rue de Strasbourg) abgeschaltet.

Als die Rauchwolke am Dienstag in den Himmel stieg, war von deutscher Seite nicht gleich zu verorten, wo der Brandort ist. Die Feuerwehr Kappel-Grafenhausen war deshalb zunächst gegen 21.45 Uhr alarmiert worden, weil Augenzeugen einen Flächenbrand zwischen Kappel und Wittenweier vermutet hatten. Das stellte sich als ein Fehlalarm heraus.

Stattdessen versammelten sich am Rhein einige Schaulustige, um den Brand zu verfolgen. In den Sozialen Medien wurden zahlreiche Fotos von der Rauchsäule gepostet, dazu Videos vom Brand und aktuellen Meldungen aus französischen Medien geteilt.

Innenministerium warnt vor Rauch

Die Rauchsäule zog in Richtung Süden auch über Deutschland. Die Feuerwehr Lahr wurde deshalb gegen 22.30 Uhr alarmiert, um in Grafenhausen Umweltmessungen vorzunehmen. Etwas Nennenswertes ist dabei nicht heraus gekommen, auch beim Hotel Colosseo im Europa-Park wurden weitere Messungen vorgenommen.

Vorsichtshalber hatte das Innenministerium um 1.20 Uhr für Herbolzheim, Rheinhausen, Rust, Kappel-Grafenhausen und Schwanau eine Warnung wegen teilweise starker Rauchbelästigungen ausgegeben. Die Menschen wurden aufgefordert Fenster und Türen zu schließen und Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten. Gegen 5 Uhr wurde die Warnung wieder aufgehoben.
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