Knappe Kasse in Lenzkirch

Finanzlage ist so schlecht wie noch nie

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 14. Januar 2020 um 17:20 Uhr

Lenzkirch

"Von Natur aus bin ich Optimist", schickte Bürgermeister Andreas Graf seinem Ausblick beim Neujahrsempfang voraus. Aber in all den Jahren sei es noch nie so schlecht um Gemeindefinanzen gestanden.

Gemeinderat und der Verwaltung stünden schwere Aufgaben bevor, aber bekanntlich könne man an seinen Aufgaben auch wachsen, schickte Graf optimistisch voraus. Außerdem habe der Gesetzgeber neue Spielwiesen entdeckt, so dass es der Verwaltung im neuen Jahr nicht langweilig werde.

Einwohnerzahl steigt erneut an

In seiner Ansprache zum neuen Jahr gab Bürgermeister Graf zuerst noch einige Zahlen zur Statistik des Haslachstädtchens bekannt. Mit 14 Hochzeiten lag im Jahr 2019 die Zahl der Eheschließungen deutlich hinter dem Vorjahr zurück. Dies könnte auch mit einem verminderten Angebot an Trauungstagen zusammenhängen, meinte Graf. Erfreulich hoch sind die Geburtszahlen. 51 Jungen und Mädchen sind neugemeldet, was eine Kind mehr ist als im Vorjahr und den Trend zu Kindern fortsetze. Ferner wurden 53 Sterbefälle gezählt. Das sind drei weniger als im Vorjahr. Die Attraktivität von Lenzkirch als Wohn- und Arbeitsort zeigt sich auch in der Zahl der Anmeldungen. Im vergangenen Jahr zogen 338 Personen nach Lenzkirch und 280 meldeten sich in der Gemeinde ab. Mit diesem Plus von 58 Personen stieg die Einwohnerzahl auf 5100 an. Damit setzte sich die positive Tendenz der Vorjahre fort, sagte Graf.

Trotz enger Finanzen stehen große Aufgaben zur Umsetzung an. Das Freibad Lenzkirch wird modernisiert. Man liegt im Zeit- und Kostenplan, so Graf und an Pfingsten soll das moderne Freibad mit einer Eröffnungsparty gefeiert werden. Die Sanierung der Grundschule hat begonnen. Die Handwerker sollen bis Pfingsten oder spätestens bis zum Sommer fertig sein. Dann wird die Grundschule im schmucken Jugendstilgebäude Einzug halten und die Franz-Josef-Faller Schule und der Schulhort ziehen in die jetzige Sommerberg-Schule. In Mühlingen wird eine Brücke saniert und die schadhaften Straßen werden in einem Katalog erfasst. Dieser werde dann mit den Jahren nach und nach abgearbeitet.

Beim Thema Windkraft heißt es – alles zurück auf Anfang. Der neue Windatlas habe quasi die Resettaste gedrückt. "Wir fangen bei null an und müssen überlegen wie wir mit dem Thema umgehen", merkte Graf dazu an.

Breitbandnetz als große Aufgabe

Der Ausbau des Breitbandnetzes ist ein Dauerbrenner in den kommenden Jahren. Lenzkirch hat drei Zuschussanträge gestellt. Der Bund hat zwei davon genehmigt, wenn das Land den dritten genehmigt, werden 90 Prozent der Ausbaukosten von Bund und Land getragen. Lenzkirch muss die restlichen zehn Prozent beisteuern. In absoluten Zahlen heißt dies, im ganzen Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald werden 270 Millionen Euro und im Hochschwarzwald 160 Millionen Euro vergraben. Lenzkirch muss 22 Millionen Euro beisteuern, was "sehr viel ist", sagte Graf. Die Ortsplanung werde noch nachgebessert und so könne etwas Geld eingespart werden. In einigen Bereichen können Synergien genutzt werden, ist Graf sicher. Der Backbone-Ausbau schreite gut voran. Der Bürgermeister ist sich überzeugt, dass in 2020 im Ort etwas in Sachen Breitband passieren werde.