FLUCHTPUNKT: Schatzsucher in Schweden

Uwe Baumann,

Von Uwe Baumann &

Sa, 13. März 2021

Reise

Nach Öffnen der Zeltplane weht mir der Duft nach Morgentau und schilfigem Morast entgegen. Schnell aus dem Zelt gekrabbelt und rein in den See gesprungen. Nach einigen Zügen raus aus der Bucht, eröffnet sich der Blick auf die riesige Wasserfläche, kleine Inseln, Felsen und rundherum dichte Wälder – kein Mensch weit und breit. Am Ufer offenbart die Morgensonne chaotische Zustände: Unser Nachtlager aus vollgestopftem Auto, Zelt, Wäscheleine mit feuchten Klamotten und erkalteter Feuerstelle, daneben eine mit Wachs überzogene Weinflasche und die ergatterten Fundstücke aus einem verfallenen roten Bauernhaus: Eine rostige Bonbondose, eine angeschlagene, geblümte Tasse, eine Münze. Wir Teilzeitvagabunden. Wild campen ist in Schweden nicht verboten und so halten wir immer dort, wo es uns gefällt. Doch diese kleine Bucht mit Strand an einem der zahllosen Seen Smålands und unseren aufgereihten Schätzen, die in unserer Fantasie natürlich bereits Michel aus Lönneberga in den Händen hielt, wird mir immer in Erinnerung bleiben. Auch wenn wir all dies zurücklassen.

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Autoren der Badischen Zeitung

über ihre Lieblingsplätze.